Basisprämie und Haushaltsdisziplin

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Basisprämie

Die Basisprämie beruht auf dem System der Zahlungsansprüche, die anhand von beihilfefähiger Fläche aktiviert werden können. Hierbei werden die im Rahmen der Basisprämie für die Aktivierung von Zahlungsansprüchen beantragten beihilfefähigen Flächen zusammen mit den dazugehörigen Landschaftselementen berücksichtigt. Es gilt: 1 ha beihilfefähiger Fläche aktiviert einen ganzen Zahlungsanspruch. Zur Beantragung der Basisprämie gehört zwingend auch die Beantragung der Greeningprämie.

Zahlungsansprüche haben einen regionalen Wert und können nur durch Flächen der Region genutzt werden, für die sie zugeteilt wurden. So ist es nicht möglich Zahlungsansprüche, die für NRW ausgegeben wurden, mit Flächen aus Rheinland-Pfalz oder Niedersachsen zu aktivieren.

Weichen die Anzahl der Zahlungsansprüche und die Anzahl der beihilfefähigen Hektar, über die ein Betriebsinhaber verfügt, voneinander ab, wird bei der Berechnung die kleinere Anzahl berücksichtigt. Die Prämien werden nur gewährt, wenn der Antragsteller über mindestens 1 Hektar beihilfefähige Fläche und über mindestens 1 Zahlungsanspruch verfügt.

Die einzelbetriebliche Prämienhöhe ergibt sich aus der Multiplikation des Zahlungsanspruchswertes und der Anzahl der aktivierten Zahlungsansprüche.

Damit die von der EU festgelegte finanzielle Obergrenze je Mitgliedsstaat in voller Höhe der Landwirtschaft zu Gute kommt, werden zukünftig anhand der in einem Jahr gestellten Anträge die Werte der Zahlungsansprüche berechnet. Die Werte der Zahlungsansprüche und damit die Höhe der Förderung wird jedes Jahr neu berechnet. Die exakte Prämienhöhe wird erst Ende November feststehen. Erst wenn die aktuellen Zahlungsanspruchswerte festgelegt wurden, kann die Basisprämie berechnet werden.

Die Zahlungsanspruchswerte haben noch einen nach Bundesländern unterschiedlichen, regionalen Einheitswert, der schrittweise bis ins Jahr 2019 in allen Bundesländern soweit angepasst werden soll, dass ab 2019 die Zahlungsansprüche einen bundeseinheitlichen Wert aufweisen. Für Nordrhein-Westfalen wird sich der Zahlungsanspruchswert bis 2019 in Schritten jährlich verringern.

Schätzwerte der Basisprämie (in Euro je ha/Zahlungsanspruch) für NRW und angrenzende Bundesländer

Region 2016 2017 2018 2019
Nordrhein-Westfalen 187.- 183.- 179.- 176.-
Niedersachsen 190.- 185.- 180.- 176.-
Rheinland-Pfalz 154.- 161.- 168.- 176.-
Hessen 156.- 162.- 169.- 176.-

Haushaltsdisziplin

Um bei größeren Krisen im landwirtschaftlichen Sektor, eine Unterstützung gewähren zu können, wird seit dem Jahr 2013 eine Krisenreserve gebildet. Für diesen Fonds und zur Einhaltung der jährlich zur Verfügung stehenden Finanzmittel, ist die sogenannte Haushaltsdisziplin vorgesehen. Diese bedeutet, dass jährlich die Direktzahlungen gekürzt werden, um die erforderlichen Finanzmittel zur Verfügung zu haben.

Im Rahmen der Anwendung der Haushaltsdisziplin sind alle in einem Kalenderjahr zu gewährenden Direktzahlungen um einen festen Prozentsatz zu kürzen, sofern insgesamt die Freibetragsgrenze in Höhe von 2.000 € überschritten wird. Der jeweils anzuwendenden Kürzungssatz wird von der EU-Kommission bis spätestens zum 1. Dezember des jeweiligen Jahres bekannt gegeben. Die für eventuelle Krisen zurückgehaltenen Finanzmittel werden, sofern sie nicht verbraucht wurden, an die Antragsteller des Folgejahres, deren Direktzahlungen insgesamt einen Betrag von 2.000 € überschreiten, wieder ausgezahlt.