Flächen - besonders wichtig bei der Antragstellung

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Landschaft bei Minden

Im Antrag sind die am 15.05. des Antragsjahres landwirtschaftlich bewirtschafteten Flächen des Betriebs vollständig anzugeben. Sollten nicht alle Flächen aufgeführt werden, kann dieses zu Prämienkürzungen kommen. Zu den erforderlichen Daten gehören die Feldblockkennung und die Schlagnummer, die Größe der Flächen sowie die Hauptkultur. Unter Hauptkultur wird die Kultur verstanden, die sich im Zeitraum 01.06. - 15.07. am längsten auf dem Schlag befindet.

Beihilfefähigkeit von landwirtschaftlichen Flächen

Die Direktzahlungen werden im Grundsatz nur für beihilfefähige Flächen gezahlt. Eine Fläche ist dann beihilfefähig, wenn sie zwischen dem 01. Januar und dem 31. Dezember des Antragsjahre, also das gesamte Jahr über, hauptsächlich landwirtschaftlich nutzbar ist. Hauptsächlich landwirtschaftlich genutzt werden kann eine Fläche, wenn sie durch die Intensität, Art und Dauer oder den Zeitpunkt einer nichtlandwirtschaftlichen Tätigkeit nicht eingeschränkt wird. Essentiell ist dabei der Erhalt der Flächen in einem guten landwirtschaftlichen und ökologischen Zustand. Eine Fläche wird der landwirtschaftlichen Nutzung z. B. dann dauerhaft entzogen - und verliert damit ihre Beihilfefähigkeit - wenn auf ihr ein Haus oder eine Straße gebaut wird; auch wenn diese Bauvorhaben erst nach der Ernte durchgeführt werden.

Eine kurzfristige nichtlandwirtschaftliche Tätigkeit hingegen verhindert nicht automatisch die ganzjährige Beihilfefähigkeit, näheres siehe: Kurzfristige nichtlandwirtschaftliche Tätigkeit.

Beantragen Landwirte die Basisprämie für Flächen, die sich auf einem Flugplatz, einem Militärgelände oder einem Golfplatz befinden, müssen ihnen diese ganzjährig, jederzeit und uneingeschränkt für die landwirtschaftliche Nutzung zur Verfügung stehen. Für die Flächen muss ein uneingeschränktes, jederzeitiges Betretungsrecht vorliegen, denn die Kontrollierbarkeit der Fläche ist Voraussetzung für ihre Beihilfefähigkeit. Die Bewirtschaftung ist jährlich nachzuweisen. Landwirte, die auf solchen Flächen wirtschaften, sollten sich daher vor Antragstellung bei ihrer Kreisstelle über die aktuellen Anforderungen erkundigen.

In der Regel sind Waldflächen und nicht zu landwirtschaftlichen Zwecken genutzte Flächen ebenfalls nicht beihilfefähig. Auch weitere bestimmte Flächen, wie beispielsweise Sport- und Freizeitflächen, Parkanlagen, Flächen zur Gewinnung von Solarenergie, Flächen zur Lagerung von Festmist oder Silage, Deponien vor Ablauf der Stilllegungsphase, zu Verkehrsanlagen gehörende Flächen (z.B. Straßenbegleitgrün) oder Ziergärten gehören unabhängig von einer landwirtschaftlichen Nutzung nicht zu den förderfähigen Flächen, da sie hauptsächlich für nicht landwirtschaftliche Zwecke genutzt werden.

Sträucher und Bäume als Bestandteil der genutzten Fläche werden als Verbuschung bezeichnet und sind grundsätzlich nicht förderfähig. Sie müssen von der beihilfefähigen Fläche abgezogen werden. Unschädlich für die Beihilfefähigkeit ist ein nicht dominierender Gehölzjungwuchs mit geringer Deckung, der die Wuchshöhe der Gras- und Krautschicht nicht maßgeblich übersteigt und durch Beweidung oder Nachmahd beseitigt werden kann. Weiterhin unschädlich sind bis zu 100 Bäume pro Hektar mit nutzbarer Grasnarbe bis an dem Stamm sowie unverbuschte Streuobstwiesen.

Landwirtschaftliche Flächen, die infolge von Maßnahmen der Extensivierung und Renaturierung im Rahmen von Landschaftspflege- und Umweltprogrammen, nicht mehr den Kriterien landwirtschaftlicher Flächen entsprechen, bleiben unter bestimmten Bedingungen weiterhin förderfähig. Hierzu sind bestimmte Bedingungen einzuhalten, siehe: Direktzahlungen für Naturschutzflächen.

Flächen aktivieren Zahlungsanspüche

Der Betriebsinhaber muss entscheiden, ob mit seinen angegebenen Flächen die Zahlungsansprüche der Basisprämie aktiviert werden sollen oder nicht. Dabei ist zu beachten, dass gegebenenfalls nicht mit allen Flächen die Zahlungsansprüche aktiviert werden können. Gründe hierfür können die Nichterreichung der Mindestgröße des Schlags in Höhe von 0,1 ha sein, eine nicht beihilfefähige Nutzung der Fläche oder, dass sie Flächen nicht über das gesamte Kalenderjahr für die landwirtschaftliche Produktion zur Verfügung stehen. Für den Fall, dass die betroffene Fläche zur Aktivierung von Zahlungsansprüchen im Flächenverzeichnis angegeben wurde, weil zum Zeitpunkt der Antragstellung beispielsweise nicht sicher abzusehen war, ob eine Baugenehmigung vor Jahresende vorliegt, kann die Aktivierung durch den Antragsteller nachträglich zurückgezogen werden. Eine solche nichtlandwirtschaftliche Nutzung ist auf jeden Fall der zuständigen Kreisstelle der Landwirtschaftskammer umgehend mitzuteilen. Sollten Antragsteller nichtlandwirtschaftliche Nutzungen nicht melden und dieser Sachverhalt kommt erst durch Vor-Ort-Kontrollen oder Luftbilder im Nachhinein zu Tage, werden Sanktionen und Rückforderungen auch im Nachhinein verhängt.

Aus der Produktion genommenen Acker- und Grünlandflächen

Aus der Produktion genommene Acker- oder Grünlandflächen sind der Selbstbegrünung zu überlassen oder durch Ansaat bis zum 1. April des Förderjahres zu begrünen. Ein Umbruch, auch ein Pflegeumbruch, ist nur außerhalb des Zeitraumes vom 1. April bis 30. Juni eines Jahres zulässig. Für eine verspätete Aussaat vom 1. April bis zum 15. Mai kann aufgrund von Naturschutzvereinbarungen, die eine frühere Einsaat nicht gestatten, und witterungsbedingten Gegebenheiten eine Ausnahme beantragt werden. Ebenso kann zum Zwecke des Vogelschutzes eine Schwarzbrache ausnahmsweise auf Antrag genehmigt werden, siehe: Bracheflächen gezielt begrünen, auch ggf. nach dem 01.04. möglich.

Um die Flächen in einem guten landwirtschaftlichen Zustand zu halten, muss der Betriebsinhaber dort mindestens einmal jährlich den Aufwuchs mähen und das Mähgut abfahren oder den Aufwuchs zerkleinern und ganzflächig verteilen. Das Mähgut darf aber nicht für eine landwirtschaftliche Erzeugung verwendet, also z.B. weder verfüttert, noch in einer Biogasanlage verwendet werden.

Zwischen dem 1. April und dem 30. Juni herrscht ein Mäh- und Mulchverbot auf den Bracheflächen. Soll hiervon eine Ausnahme gemacht werden oder soll die jährliche Pflege ausgesetzt werden, muss der Flächenbewirtschafter grundsätzlich eine schriftliche Genehmigung einholen, aus der hervorgeht, dass der Flächenbewirtschafter ein Abkommen aus Naturschutzgründen (z.B. Artenschutz) getroffen hat, dem das jährliche Mähen/Mulchen entgegensteht. Die Bestätigung sollte vom Flächenbewirtschafter zur Vorlage bei CC-Kontrollen aufbewahrt werden. Voraussetzung für ein solches Aussetzen der jährlichen Pflegeverpflichtung ist, dass mindestens in jedem zweiten Jahr eine Tätigkeit auf der betreffenden Fläche durchgeführt wird. Eine Genehmigung, während der Sperrfrist zwischen dem 1. April und dem 30. Juni zu mähen/mulchen, kann hingegen nur von der zuständigen Naturschutzbehörde erteilt werden.

Auf aus der Produktion genommenen Ackerflächen dürfen generell keine Pflanzenschutzmittel angewendet werden. Nur wenn die Möglichkeit einer Gefahr für Mensch und/oder Tier durch Problemunkräuter (z.B. durch Herkulesstaude, Jakobskreuzkraut) besteht, kann eine Ausnahmegenehmigung für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln beantragt werden.

Die Bracheflächen können nach dem 31. Juli zur Vorbereitung und Durchführung einer Aussaat einer Winterkultur, die nicht vor Ablauf dieses Antragsjahres zur Ernte führt, wieder bewirtschaftet werden. Wird keine entsprechende Aussaat oder Pflanzung vorbereitet oder durchgeführt, bestehen die Auflagen zu den Bracheflächen weiterhin.

Flächenverzeichnis

Im Flächenverzeichnis ist zwingend die gesamte, sich in der Bundesrepublik Deutschland befindende landwirtschaftlich bewirtschaftete Eigentums- und Pachtfläche des Betriebes aufzuführen, hierbei sind nur die selbstgenutzten Flächen und nicht die verpachteten Flächen zu berücksichtigen. Flächen in anderen Mitgliedstaaten der EU sind nicht in den hiesigen Flächenverzeichnissen anzugeben.

Grundlage ist das in Nordrhein-Westfalen eingesetzte Feldblocksystem zur Identifizierung und Referenzierung von beantragten Flächen. Die Feldblockgröße stellt die verbindliche Bezugsgröße für das Flächenverzeichnis dar und gibt die maximale Obergrenze der beantragbaren landwirtschaftlichen Nutzungsgröße ohne Landschaftselemente wieder. Hierbei können keine Toleranzen angewandt werden. Anhand der Feldblöcke sind die bewirtschafteten Schläge zu lokalisieren.

Alle bewirtschafteten Flächen müssen schlagweise unter Bezug des Feldblockes im Flächenverzeichnis aufgeführt werden Ein Schlag ist definiert als eine zusammenhängende landwirtschaftlich genutzte Fläche eines Betriebsinhabers, die mit einer Kulturart bestellt oder aus der Produktion genommen ist. Somit kann ein Schlag immer nur einmalig im Flächenverzeichnis eine Fruchtartangabe aufweisen und nur in einem Feldblock vorkommen. Durch die Einführung des geobasierten Beihilfeantrags sind die Schläge sind im Rahmen der elektronischen Antragstellung im ELAN-Programm exakt in einer Luftbildkarte einzuzeichnen. Hierbei ergibt die vom Landwirt erfasste, geometrisch festgelegte Schlagumrandung, der sogenannten Antragsgeometrie, automatisch anhand der Schlagzeichnung die entsprechende beantragte quadratmetergenaue Flächengröße im Flächenverzeichnis.

Für die Förderung im Bereich der Agrarumweltmaßnahmen, der Ausgleichszulage für benachteiligte Gebiete und der Ausgleichszahlung für Gebiete mit umweltspezifischen Einschränkungen kann es erforderlich sein, Schläge in Teilschläge zu unterteilen. Eine Teilschlagbildung kann auch aufgrund der Einteilung von ökologischen Vorrangflächen im Flächenverzeichnis erforderlich sein. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn ein Getreideschlag nach der Ernte nur teilweise mit Zwischenfrüchten bestellt und als ökologische Vorrangfläche beantragt werden soll. Weiterhin ist ggf. eine Teilschlagbildung erforderlich, wenn ein Teil des Schlages die Bedingungen der ganzjährigen Beihilfefähigkeit nicht erfüllt. Jeder Teilschlag ist gesondert im ELAN-Programm anzugeben.

Für jeden Schlag bzw. Teilschlag ist die Hauptnutzung im jeweiligen Antragsjahr anzugeben Hierbei ist darunter die Kultur zu verstehen, die im Zeitraum 01.06. - 15.07. sich am längsten auf dem Schlag befindet. Von der Ernte oder dem Umbruch einer Kultur bis zur Aussaat der nachfolgenden Kultur ist grundsätzlich weiterhin die geerntete oder umgebrochene Kultur maßgeblich. Die Angabe der Hauptkultur erfolgt anhand einer Liste der zulässigen Fruchtarten (siehe Sammelantrag 2017 - Verzeichnis der Frucht- und KulturartenPDF-Datei). Aufgrund der Greeningbestimmungen ist diese Liste recht umfangreich.

Des Weiteren erfolgt die Beantragung von Schlägen als ökologische Vorrangflächen im Flächenverzeichnis. Diese sind nach Lage, Typ und Größe getrennt auszuweisen. Für einige Typen ist weiterhin die korrekte Angabe zum Bezugsschlag, damit diese Flächen auch den entsprechenden Schlägen sauber zugeordnet werden können, erforderlich.