LEADER-Projekt Region Bocholter Aa: Ressourcen- und Umweltschonung in der Pflanzenproduktion

Spinat in der Region Bocholter AaBild vergrößern
Spinat ist eine der bedeutendsten Gemüsekulturen in der Region Bocholter Aa

Maßnahmen zur Minderung der Nitratauswaschung im intensiven Anbau von Spinat

Projektinfo

In der Region Bocholter Aa hat der intensive Gemüsebau einen besonderen Stellenwert. Aufgrund der Nähe zur lebensmittelverarbeitenden Industrie (Iglo GmbH, Reken) ist der Anbau von Qualitätsgemüse eine lukrative Einnahmequelle für die Landwirte. Hauptkultur beim Vertragsanbau für die Iglo GmbH ist der Spinat, der von über 80 Landwirten auf einer Fläche von bis zu 3.000 ha produziert wird. Auch aus pflanzenbaulicher Sicht lässt sich Spinat gut in die ortsübliche Fruchtfolge mit den in der Landwirtschaft angebauten Kulturen wie Getreide eingliedern.

Auf der anderen Seite können hohe Nitratmengen über das Sickerwasser in die örtlichen Grundwasserkörper gelangen. So entspricht die Grundwasserqualität im Raum Bocholter Aa aufgrund hoher Nitratkonzentrationen von > 50 mg NO3-/l regional nicht den gesetzlichen Anforderungen (Nitratrichtlinie). Dieses Risiko besteht auch in Wasserschutzgebieten, welche zur Sicherstellung einer nachhaltigen öffentlichen Wasserversorgung unter besonderem Schutz stehen. Diese Gebiete werden bereits seit langem intensiv durch landwirtschaftliche Gewässerschutzberater betreut. Erfolgreich konnte hier der Nitrataustrag aus ackerbaulich genutzten Flächen reduziert werden. Eine besondere Herausforderung stellt allerdings die Reduzierung der potentiellen Nitratauswaschung im Anbau von starkzehrenden Kulturen, wie Spinat, dar. Auch nach der Ernte können hier häufig noch Stickstoff-Restmengen von bis zu 100 kg N/ha in der Ackerkrume gemessen werden. Zusätzlich führt auch die Mineralisierung der stickstoffhaltigen Ernterückstände zur Erhöhung der Stickstoff- und Nitratkonzentration im Oberboden.

Im Vergleich zu anderen Regionen liegen im Raum Bocholter Aa überwiegend Sandböden vor, welche tendenziell die Verlagerung von Nitrat in untere Bodenhorizonte und das Grundwasser begünstigen. Verstärkt bei den in jüngster Zeit immer häufiger auftretenden Starkregenereignissen führt dies zu hohen Nitratauswaschungen aus dem Oberboden.

Im Nacherntemanagement sind es Maßnahmen wie der Anbau von Zwischenfrüchten mit denen das Nitrat gebunden und somit vor der Auswaschung geschützt werden kann. Ein wichtiges Erfolgskriterium ist dabei der Aussaatzeitpunkt der Zwischenfrucht. So ist bei einer späten Spinaternte im Herbst die Winterzwischenfrucht kaum in der Lage effektiv vor der winterlichen Sickerwasserperiode effektiv Stickstoff aufzunehmen.

Zur Erarbeitung von angepassten Strategien für eine Optimierung der N-Düngung im Spinatanbau haben sich sechs Akteure aus weiten Teilen der „Wertschöpfungskette Spinat“ zusammengefunden. Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit aus der praktischen Landwirtschaft (Verein zur Förderung des Feldgemüseanbaus Westmünsterland e. V.), der Beratung der Landwirtschaftskammer NRW, der lebensmittelverarbeitenden Industrie (Iglo GmbH), der Wasserwirtschaft (RWW), der düngemittelproduzierenden Industrie (Yara GmbH & Co. KG) und der Agrarwissenschaft (Hochschule Osnabrück) profitiert dabei gegenseitig durch ihr Expertenwissen voneinander. Zielgerichtete Ansätze können nun Dank der Unterstützung aus dem europäischen Förderprogramm LEADER genauer untersucht werden.

In diesem Video erklärt Projektleiter Christian Frerichs kurz, worum es im LEADER-Projekt „Ressourcen- und Umweltschonung in der Pflanzenproduktion“ geht.

Weitere Informationen finden Sie auch hier:

Projektziel

In der Projektlaufzeit von drei Jahren sollen in einer Reihe von Düngeversuchen Instrumente entwickelt werden, mit denen sich das Nitratauswaschungsrisiko während und nach der Spinatkultur reduzieren lässt. Ertrag und Qualität der produzierten Lebensmittel sind dabei stets zu berücksichtigen. Zur Minderung der Auswaschung infolge von Starkregenereignissen soll untersucht werden, ob dieses durch eine Splittung der N-Kopfdünung erreicht werden kann. Über eine optimierte N-Düngebedarfsermittlung soll der verbleibende Stickstoffrest am Ende der Kultur auf die für Spinat unverzichtbare Grundversorgung reduziert werden. Auch die Stickstoffmineralisierung aus Ernterückständen wird in diesem Projekt berücksichtigt. In diesem Zusammenhang sollen unterschiedliche Strategien zur Bindung des Nitrates vor der winterlichen Sickerwasserperiode getestet werden.

Zuwendungsempfänger

  • Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen

Mitglieder der Projekt-Gruppe

  • Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
  • Verein zur Förderung des Feldgemüseanbaus Westmünsterland e. V.
  • Iglo GmbH
  • Rheinisch-Westfälische Wasserwerksgesellschaft mbH (RWW)
  • Yara GmbH & Co. KG
  • Hochschule Osnabrück

Durchführungszeitraum

  • 15.01.2018 - 31.12.2020

Ansprechpartner

Christian Frerichs
Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
Kreisstelle Borken
Johann-Walling-Straße 45
46325 Borken
Telefon: 0175 8013 709
E-Mail:  christian.frerichs@lwk.nrw.de

Förderung

Die Hälfte der Finanzmittel wird durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds und das Land Nordrhein-Westfalen zur Verfügung gestellt. Die übrigen Projektpartner tragen jeweils anteilig zur Finanzierung des Projektes bei.

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