Die Bestände sind durchschnittlich bis leicht unterdurchschnittlich entwickelt. Teilweise leiden sie unter Nässe. Bei Befahrbarkeit sollte Unkrautmaßnahmen zügig durchgeführt werden. Dies gilt besonders für Nachbehandlungen gegen Ackerfuchsschwanz. In Gerste ist hierfür Axial mit 1,2 l/ha auch bei leichtem Nachtfrost am besten geeignet. Oberhalb von 5°C ist vorzugsweise in Roggen und Triticale auch Ralon Super mit 1,2 l/ha + 0,5 l/ha Monfast zu nutzen. In Weizen sind je nach Standort 400-500 g/ha Atlantis + 0,8-1,0 l/ha FHS + 30 l/ha AHL oder 10 kg/ha SSA einzusetzen. Atlantis sollte möglichst frühzeitig aber zu Beginn einer Hochdruckwetterlage mit offener, sonniger Witterung angewandt werden.
In späteren Saaten mit geringem Gräserdruck gibt es weitere Möglichkeiten. Wenn die Bedingungen trockener werden und die Pflanzen Wasser verdunsten, haben auch Mittel wie IPU, die über die Wurzeln aufgenommen werden müssen wieder eine Chance zu wirken. Auch in pur AHL kann dann im Weizen mit 3,0 l/ha IPU + 40 g/ha Artus gearbeitet werden. Isofox (3,0 l/ha) oder Azur (2,5 l/ha) sind als IPU-haltige Produkte auch in Triticale zugelassen.
In Weizen kann zudem mit 100 g/ha Attribut + 40 g/ha Artus, 20 g/ha Lexus + 40 g/ha Artus oder 180 g/ha Absolute M gearbeitet werden. Diese Mischungen können ebenfalls in AHL ausgebracht werden. Ein Nachbau von Winterraps ist allerdings nicht möglich. Zu beachten ist auch, dass Lexus und Absolute M kaum Windhalmwirkung haben und nicht in den Sorten Inspiration, Batis, Pegasos und Paroli eingesetzt werden sollten.
Nicht in AHL aber ohne Nachbau,- und Sorteneinschränkung kann gegen Windhalm und Unkräuter mit 130 g/ha Broadway + 0,6 l/ha FHS vorgegangen werden. Gegen Fuchsschwanz (leicht bekämpfbar) sind 220 g/ha + 1,0 l/ha FHS einzusetzen.
Auf den typischen Manganmangelstandorten sollte die Gerste durch Blattbehandlungen unterstützt werden. Bewährt sind Kombinationen aus 30 l/ha AHL + 5 kg/ha Epso Combitop + 5 kg/ha Epso Microtop + Mangan.
Geeignete flüssige Mangandünger sind z.B. Lebosol Mangan Nitrat mit 2,0 l/ha bzw. Beiselen Mangan mit 3,0 l/ha. Mit den genannten Mengen sind diese Produkte hinsichtlich der Wirksamkeit vergleichbar mit 5,0 kg/ha Mangansulfat.
Die Masse der Rapse hat den Winter einigermaßen überstanden. Einzelne im Herbst zu dicht geratene Bestände sind stärker zurückgefroren, bei Staunässe sind auch verfaulte Pflanzen zu finden.
Nach Andüngung und mit einsetzendem Wachstum können verbliebene Gräser mit z.B. 1,25 l/ha Targa Super / Panarex bzw. 2,5 l/ha Focus Ultra bekämpft werden. Gegen Kamille, Klette und Kornblume steht Effigo mit 0,35 l/ha zur Verfügung. Effigo kann die Abreife des Rapses verzögern. Behandlungen müssen abgeschlossen sein bevor erste Knospen sichtbar werden.
Zur Kontrolle der Schädlinge sollten nun Gelbschalen aufgestellt werden. Bei Temperaturen > 12°C in Kombination mit Sonne werden erste Stängelrüssler die Rapsflächen aufsuchen. Oft ist dies nicht relevant. Lohnend werden Behandlungen wenn sich mehr als 30 Triebrüssler in den rechtzeitig aufgestellten Gelbschalen finden. Gegen Große Rapsstängelrüssler sollte vorgegangen werden wenn mehr als 10 Käfer gefangen werden. Diese traten bislang aber nur im südlichen Rheinland stärker auf. Behandlungen müssen nicht sofort nach Zuflug erfolgen. Optimal sind Termine zu Beginn der Eiablage die je nach Witterung 5-14 Tage nach Zuflug erfolgt. Diese Termine sind oft auch optimal für den Einsatz von Wachstumsreglern.
Anwendungszeitpunkt für Magnate 100 SL beachten! Entgegen den ersten Mitteilungen der Firma Feinchemie ist die neu zugelassene Kartoffelbeize Magnate 100 SL nur zur Anwendung vor dem Legen mit der ULV-Technik (Mantis-/Mafex-Geräte), möglich. Eine Applikation beim Legen, d.h. an der Legemaschine ist zurzeit nicht erlaubt!
Pflanzgutüberprüfung: Für den Transport von Kartoffelpflanzgut müssen die frostfreien Perioden genutzt werden. Um unliebsame Überraschungen zu vermeiden, sollte angeliefertes Pflanzgut sofort kontrolliert werden. Naßfäulen, Schimmelpilze und starke Beschädigungen sind ein Reklamationsgrund. Jedoch muss auch bei optisch einwandfreier Ware der Sackanhänger (Pflanzenpass) von jeder Partie unbedingt für eventuelle spätere Reklamationen verwahrt werden. Oft werden versteckte Mängel wie Fusariumbefall oder mangelnde Triebkraft erst später sichtbar. Durch schnelles Vorkeimen einer Probe können in vielen Fällen Belastungen sichtbar gemacht und damit ein größerer Schaden im Feldbestand frühzeitig vermieden werden. Pflanzgut muss grundsätzlich kühl, aber frostfrei und trocken gelagert werden.