Wann darf Gülle aufgebracht werden?

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Ackersenf im Winter

Die Sperrfristen für die Aufbringung von Düngemitteln mit wesentlichem Gehalt an Stickstoff (> 1,5 % N i.d. Trockenmasse) enden für Ackerland und Grünland mit Ablauf des 31. Januars 2018. Für Festmist von Huf- oder Klauentieren und Komposten endete die Sperrfrist mit Ablauf des 15. Januar 2018. Das heißt aber nicht, dass die Aufbringung von Stickstoffdüngern wie z.B. Gülle oder Gärreste ab 1. Februar generell zulässig ist. Eine Aufbringung darf erst erfolgen, wenn

  • der Düngebedarf für Stickstoff und Phosphat gemäß Vorgaben der neuen Düngeverordnung ermittelt wurde
  • zum vorgesehenen Düngetermin ein Düngebedarf besteht
  • der Boden für den Dünger aufnahmefähig ist.

Gemäß Düngeverordnung ist der Aufbringungszeitpunkt und -menge so zu wählen, dass die verfügbaren oder verfügbar werdenden Nährstoffe den Pflanzen zeitgerecht in einer dem Nährstoffbedarf der Pflanzen entsprechenden Menge zur Verfügung stehen und Einträge in oberirdische Gewässer und das Grundwasser vermieden werden. Dies ist auch die Voraussetzung dafür, dass der abgesenkte zulässige N-Saldo von 50 kg/ha N im Mittel von drei Jahren eingehalten werden kann.

Grünland und Winterungen wie Winterraps oder Wintergerste haben frühzeitig mit Beginn der Vegetation einen Nährstoffbedarf und sollten bevorzugt gedüngt werden.

Grüne, nicht abgefrorene Zwischenfrüchte haben zur Zeit keinen Düngebedarf. Die folgende Sommerung, z. B. Zuckerrüben oder Mais, wird frühestens ab Mitte März bzw. Anfang April gesät und entwickelt noch später einen Nährstoffbedarf. Daher handelt es sich bei einer Gülleaufbringung zum jetzigen Zeitpunkt auf Zwischenfruchtbestände um eine nicht bedarfsgerechte Düngung, die gemäß Düngeverordnung und nach Aussage des MULNV nicht zulässig ist.

Die Aufnahmefähigkeit des Bodens für N- oder P-haltige Dünger ist nicht gegeben, wenn der Boden überschwemmt, wassergesättigt, gefroren oder mit Schnee bedeckt ist. Aufgrund der aktuellen Witterung sind die Böden weder gefroren, noch schneebedeckt. Allerdings liegt vielerorts eine Wassersättigung vor, so dass sich der ordnungsgemäße Einsatz von Gülle und Co auf wenige Flächen beschränkt.

Bitte wenden Sie sich in Notsituationen bezüglich Lagerraum an Ihre Kreisstelle.

Autor: Birgit Apel