Maßnahmenblatt: Ökologische Vorrangflächen im Greening - Streifenmaßnahmen

Pufferstreifen am Bach
Pufferstreifen am Bachlauf


WaldrandstreifenBild vergrößern

Pufferstreifen, Waldrandstreifen

Bereich Acker

Was beinhaltet die Maßnahme und welche ökologischen Vorteile bietet sie?

Ein zentrales Element der neuen Agrarreform ist das Greening. Im Rahmen des Greenings sind Betriebe mit mehr als 15 ha Ackerfläche dazu verpflichtet, 5% ihrer Ackerfläche als ökologische Vorrangflächen (ÖVF) vorzuhalten und entsprechend zu bewirtschaften. Zur Umsetzung der ÖVF stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Das vorliegende Maßnahmenblatt beschreibt die möglichen Streifenvarianten: ab 2018 gibt es nur noch den Pufferstreifen - der den früheren Feldrandstreifen und den Pufferstreifen am Gewässer beinhaltet - und den Streifen am Waldrand.

Unter ökologischen Aspekten betrachtet sind die Streifen eine hochwertige Maßnahme, die sehr effektiv zur Förderung der Biodiversität beiträgt. Der Pufferstreifen steht vielen Tieren der offenen Feldflur als Rückzugsraum zur Verfügung. Ein reiches Blütenangebot dient außerdem vielen Insekten als Nahrungsquelle. Mit der Anlage von Pufferstreifen am Gewässer können zusätzlich die geltenden Abstandsauflagen eingehalten und Gewässer vor Stoffeinträgen geschützt werden. Die Streifen vernetzen Biotope miteinander, indem sie Lebensräume und Ausbreitungsachsen für unterschiedliche Tier- und Pflanzenarten schaffen. Aufgrund der hohen ökologischen Wertigkeit ist bei allen Streifenvarianten ein Gewichtungsfaktor von 1,5 (1m² Ackerfläche = 1,5m² ÖVF) anzusetzen.


Hinweise zu Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten

Die Maßnahme dient dazu, die betrieblichen Greeningverpflichtungen zu erfüllen und ermöglicht somit die Auszahlung der Greeningprämie. Zusätzlich sind die Streifen mit bestimmten Agrarumwelt- und Vertragsnaturschutzmaßnahmen aus dem NRW-Programm Ländlicher Raum kombinierbar. Hierbei wird ein Greeningabzug von 380 €/ha angesetzt.

Links zu rechtlichen und fördertechnischen Grundlagen:

Ratgeber Förderung
www.landwirtschaftskammer.de/foerderung/broschueren/ratgeber-foerderung.htm

Förderung des ländlichen Raums
www.landwirtschaftskammer.de/foerderung/laendlicherraum

Greening
www.landwirtschaftskammer.de/foerderung/direktzahlungen/greeningpraemie.htm


Hinweise zur Umsetzung

Als Stilllegungszeitraum gilt für alle Streifen der 01.01. bis 31.12.. Alle Streifen dürfen gelegentlich befahren werden. Die Beschädigung des Aufwuchses ist hierbei zu vermeiden. Nähere Angaben zur Lage, Größe und Pflege/Bewirtschaftung der beiden Streifenvarianten sind der nachfolgenden Tabelle zu entnehmen:

Pufferstreifen Hektarstreifen am Waldrand
Wo liegt der Pufferstreifen? Wo liegt der Waldrandsteifen?
  • Auf Acker oder Grünland an Acker angrenzend, mit und ohne Ufervegetationsstreifen
  • Am Wald und auf Acker
Welche Maße hat der Pufferstreifen? Welche Maße hat der Waldrandstreifen?
  • Mind. 1 m und max. 20 m Breite in Summe (ggf. inklusive Ufervegetationsstreifen)
  • Keine Mindestgröße
  • Mind. 1 m und max.20 m Breite
  • Keine Mindestgröße
Wie legt man den Pufferstreifen an? Wie legt man den Waldrandstreifen an?
  • Gezielte Einsaat bis 01.04. oder Selbstbegrünung
  • Einsaat von Gräsermischungen, Wildblumen oder krautartigen Futterpflanzen
  • Gezielte Einsaat bis 01.04. oder Selbstbegrünung
  • Einsaat von Gräsermischungen, Wildblumen oder krautartigen Futterpflanzen
Was muss man bei der Pflege beachten? Was muss man bei der Pflege beachten?
  • Keine Pflegemaßnahme vom 01.04. bis 30.06.
  • Mind. 1 mal bis zum 15.11. Mähen oder Schlegeln/Häckseln
  • Kein Einsatz von Pflanzenschutzmitteln
  • Keine Düngung
  • Bodenbearbeitung zur Nachsaat oder Einsaat einer Folgekultur ab 01.08 zulässig
  • Ab 01.07. Beweidung möglich, wenn Unterscheidung zur Ackerfläche gegeben
  • Ab 01.07. Nutzung des Aufwuchses möglich, wenn Unterscheidung zur Ackerfläche gegeben
  • Keine Pflegemaßnahme vom 01.04. bis 30.06.
  • Min. 1 mal bis zum 15.11. Mähen oder Schlegeln/Häckseln
  • Kein Einsatz von Pflanzenschutzmitteln
  • Keine Düngung
  • Bodenbearbeitung zur Nachsaat oder Einsaat einer Folgekultur ab 01.08 zulässig
  • Ab 01.07. Beweidung möglich, wenn Unterscheidung zur Ackerfläche gegeben
  • Ab 01.07. Nutzung des Aufwuchses möglich, wenn Unterscheidung zur Ackerfläche gegeben

Die Umsetzung von ökologischen Vorrangflächen sollte stets betriebsindividuell stattfinden. Unterschiedliche betriebliche Voraussetzungen schaffen jeweils auch andere Grundlagen zur Ausgestaltung von Streifenmaßnahmen.

Weiterführende Informationen:

Praxisbeispiel: Projekt „Summendes Rheinland“ der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft
www.rheinische-kulturlandschaft.de/themen-projekte/kulturlandschaft-erhalten-und-foerdern/summendes-rheinland-landwirte-fuer-ackervielfalt


Ansprechpartner

Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
Standortentwicklung, Ländlicher Raum
Gartenstraße 11
50765 Köln
Telefon: 0221 5340-333 oder -324
Telefax: 0221 5340-19333
E-Mail: biodiversitaet@lwk.nrw.de

Kreisstellen der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
www.landwirtschaftskammer.de/wegweiser/kreisstellen.htm

Stiftung Rheinische Kulturlandschaft
www.rheinische-kulturlandschaft.de

Stiftung Westfälische Kulturlandschaft
www.stiftung-westfaelische-kulturlandschaft.de


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