Legehennenfutter im Mischfuttertest

Legehennen im offenen Stall

Wie 9 Alleinfutter für Legehennen aus Westfalen-Lippe vom Verein Futtermitteltest (VFT) bewertet wurden.

Im ersten Halbjahr 2003 wurden vom VFT neun Alleinfutter I für Legehennen in Westfalen-Lippe in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer getestet und bewertet. An diesem Test waren sieben verschiedene Hersteller beteiligt. Die deklarierten Energiegehalte dieser Futter lagen zwischen 11,2 und 11,8 MJ ME/kg. Sechs Futter enthielten laut Herstellerangabe einen Phytasezusatz.

Erläuterungen der Bewertung

Grundlage der Bewertung sind die Herstellerangaben, die jeweiligen Untersuchungsbefunde sowie die Zielvorgaben des VFT, die wissenschaftlich belegt sind. Je nach Höhe der Abweichung von diesen ernährungsphysiologischen Zielvorgaben bzw. von den Herstellerangaben werden für die untersuchten Einzelmerkmale Abstufungen vorgenommen, die entweder mit dem Symbol "+" oder "-" gekennzeichnet werden. Wird eine Zielvorgabe in vollem Umfang erreicht, wird das Symbol "++" vergeben. Aus diesen Einzelbewertungen erfolgt eine abschließende Gesamtbewertung nach Gruppen (1 bis 3). Gruppe 1 stellt daher das beste Gesamtergebnis dar.

Ergebnisse

Alle Testfutter erzielten mit Gruppe 1 das bestmögliche Gesamtergebnis. Besonders hervorzuheben ist, dass alle Futter die Zielvorgabe bei Methionin/Cystin erreichten, zumal nur Methionin deklariert werden muss. Auch in der Überprüfung der Deklarationen ergaben sich keinerlei futtermittelrechtlich zu begründende Beanstandungen. Damit werden die sehr guten Ergebnisse vorhergehender Testreihen in Westfalen-Lippe bestätigt. Lediglich zwei Futter enthielten laut Analysenergebnis deutlich mehr als 4 % Calcium. Diesen Level übersteigende Ca-Gehalte sollten vermieden werden, da hierdurch weder die Eischalenstabilität verbessert noch andere Vorteile realisiert werden. Der Phosphor-Zielwert für ein Legehennenfutter I wird vom VFT mit 0,45 g P/MJ ME angegeben. Danach wäre ein Futter mit 11,4 MJ ME/kg mit einem P-Gehalt von 0,52 % ausreichend ausgestattet. Deutlich überhöhte Gehalte sollten vermieden werden. Ein Futter enthielt mit 0,71 % Phosphor (Analysenwert) relativ viel Phosphor. Vor dem Hintergrund der Dünge-Verordnung können deutliche Übergehalte gegebenenfalls für einen Legehennenhalter von Bedeutung sein, da überschüssiger Phosphor im Futter von den Tieren unverwertet ausgeschieden wird.

Bei den Futtern mit Phytase-Zusatz wird bisher keine Einzelbewertung der Ca- und P-Gehalte vorgenommen, da hierfür noch kein VFT-Bewertungsschema vorliegt. Bei entsprechendem Zusatz kann ein niedrigerer P-Gehalt im Futter ausreichend sein.

Die Testergebnisse gelten nur für diesen Prüfdurchgang, sie lassen auch keine Rückschlüsse auf das übrige Produktionsprogramm der beteiligten Hersteller zu.

Autor: Dr. Wolfgang Sommer