Legehennenfutter im Test

Legehennen im offenen Stall

Wie acht Alleinfutter für Legehennen aus Nordrhein-Westfalen vom Verein Futtermitteltest (VFT) bewertet wurden.

Die Futterproben dieser Testreihe wurden vom Verein Futtermitteltest (VFT) im letzten Quartal 2006 in Nordrhein-Westfalen gezogen. Der Test enthielt sieben Alleinfutter I und ein Alleinfutter II für Legehennen. Beteiligt waren diesmal sechs verschiedene Herstellerwerke.

Die Alleinfutter I waren mit 11,2 bis 11,6 MJME/kg deklariert, was üblichen Werten entspricht. Das Alleinfutter II enthielt nach Herstellerangabe 10,72 MJME/kg. Die Energieangabe mit zwei Stellen hinter dem Komma ist ungebräuchlich. Sie gibt eine Genauigkeit vor, die fachlich nicht haltbar ist. Gleiches gilt bei diesem Futter für den Rohproteingehalt, der mit 16,75 % angegeben wird. Die Spanne im Rohproteingehalt war gering und reichte von 16,75 bis 18,0 %. Die Calciumgehalte variierten laut Herstellerangabe zwischen 3,70 und 4,60%, die Phosphorgehalte zwischen 0,45 und 0,58 %. Die deklarierten Methioninwerte wiesen eine Spanne von 0,37 bis 0,45 % auf. Mit einer Ausnahme enthielten alle Futter einen Zusatz von mikrobieller Phytase.

Kommentierung der Ergebnisse

In der Deklarationsüberprüfung wurden zweimal gravierende Calcium-Untergehalte festgestellt, und zwar bei dem Futter Lippe Agrar LH 116 von AGRAVIS Minden und bei dem Futter all-mash LH von deuka in Düsseldorf. Deklariert waren hier jeweils 3,70 %, analysiert wurden aber nur 2,58 bzw. 3,01 % Calcium. Damit wurde in beiden Fällen der Zielwert des VFT, der bei mit Phytase angereicherten Legehennenfuttern I mit 3,02 g Ca/MJME vorgegeben wird, nicht erreicht. Derartige Mängel können sich nachteilig auf die Eischalenqualität auswirken. Deshalb wurde in der Gesamtbewertung jeweils nur Gruppe 3 vergeben. Ein weiteres Futter, und zwar das RWZ-LA 116 MEHL von RWZ Rhein-Main in Neuss hatte einen leichten Methionin-Untergehalt, was sich aber nicht in der Gesamtbewertung niederschlug. Ansonsten konnten alle Deklarationswerte der Hersteller analytisch bestätigt werden, auch wurden alle Zielwerte des VFT erreicht. Sechs Futter erzielten deshalb mit Gruppe 1 das best mögliche Gesamtergebnis. Die Fütterungshinweise der Hersteller zum Einsatzzweck und Einsatzbereich waren bei allen Futtern in ausreichender Form vorhanden.

Die vorliegenden Testergebnisse gelten nur für die geprüften Futterlieferungen.

Hinweis

Erläuterungen zur Vorgehensweise und zur Bewertung der Futtermittel durch den VFT sind unter www.futtermitteltest.de abrufbar. Dort sind auch die Ergebnisse von Tests anderer Regionen dargestellt.

Autor: Dr. Wolfgang Sommer