Alleinfutter I und Ergänzungsfutter für Legehennen

Legehennen im offenen Stall

Im Zeitraum Juli bis September 2009 wurden in Nordrhein-Westfalen insgesamt sieben Legehennenfutter vom VFT beprobt, untersucht und bewertet. Die Futter stammen aus fünf Herstellerwerken und teilen sich auf in fünf Alleinfutter I für Legehennen und zwei Ergänzungsfutter. Ein Futter war wegen Methioninuntergehaltes zu bemängeln.

Kommentierung der Ergebnisse

Die Energiegehalte bei den fünf geprüften Alleinfuttermitteln lagen zwischen 11,0 und 11,6 MJ ME/kg, die Rohproteingehalte zwischen 16,5 und 17,8 %. Analog zum Energiegehalt variierten die Gehalte beim Methionin zwischen 0,35 und 0,4 % und bei Calcium zwischen 3,6 und 3,8 %. Alle Alleinfutter enthielten einen Zusatz mikrobieller Phytase. Dies ist mittlerweile üblich und ermöglicht eine bessere Verwertung des Phosphors aus pflanzlichen Quellen (z.B. Getreide) Damit sind niedrigere P-Ergänzungen möglich und so können niedrigere Brutto-P-Gehalte realisiert werden, was für die Nährstoffbilanz intensiver Tierhaltungsbetriebe wichtig ist.

Die deklarierten Nährstoffgehalte wurden unter Berücksichtigung der vom Gesetzgeber vorgegebenen Toleranzen durchweg bestätigt. Bei der fachlichen Bewertung ist neben einem klaren Fütterungshinweis (für den Einsatzzweck) eine Übereinstimmung der ermittelten Nährstoffgehalte (nach Bezug auf die Energie) mit den aktuellen Empfehlungen notwendig. Laut Fütterungshinweis waren alle Futter für die gesamte Legeperiode, z.T. ab zwei Wochen vor Beginn der Legereife einzusetzen. Zwei Futter werden dabei insbesondere für den Einsatz im ersten Legedrittel empfohlen. Im Hinblick auf die hohe Legeleistung zu dieser Zeit waren diese Futter mit 11,6 MJ ME/kg entsprechend energie- und nährstoffreich konzipiert.

Bezüglich der Richtwerte wird die Einhaltung der angegebenen Energiegehalte, die Versorgung mit den wichtigsten Aminosäuren (Methionin, Cystin) und Mineralstoffen (Calcium, Phosphor) geprüft. Alle Alleinfutter erreichten die fachlichen Vorgaben und somit die Note 1.

Ergänzungsfutter müssen die Nährstofflücken des Getreides durch entsprechend höhere Gehalte an Rohprotein, Aminosäuren, Mineral- und Wirkstoffen im Ergänzer ausgleichen. Die in den Test einbezogenen zwei Ergänzer waren sehr unterschiedlich konzipiert – Einsatz mit 33 % bzw. 67 % zu Getreide, wobei jeweils eine Zugabe von Kalk/Austernschalen zur Absicherung der Calciumversorgung empfohlen wird. In einem Futter wurden alle Angaben bestätigt, in dem Futter Union LS 211 von Heiliger wurde der angegebene Methioningehalt unterschritten.

Die fachliche Beurteilung erfolgt auf Basis der gefütterten Mischung, wobei die Energie- und Nährstoffgehalte dieser Mischung aus den ermittelten Nährstoffgehalten des Ergänzers und tabellierten Werten für Getreide unter Berücksichtigung der jeweiligen Mischungsverhältnisse berechnet und dann, wie beim Alleinfutter, mit den Vorgaben verglichen werden.

Die zwei Ergänzer ergeben mit Getreide in der gefütterten Mischung (Endmischung) übliche Energiegehalte (11,1 - 11,2 MJ ME/kg). Die Energie- und Nährstoffgehalte stimmten mit einer Ausnahme mit den Richtwerten überein. Bei dem o.a. Methionin-Untergehalt des Ergänzers resultiert eine gefütterte Mischung mit zu wenig Methionin, was zu einer verringerten Leistung (Eigröße, Legeleistung) führen kann. Dieses Futter erreicht daher nur die Note 2.

Die Ergebnisse des vorliegenden Tests gelten nur für die geprüften Futtermittelchargen. Sie sind nicht auf andere Produkte oder Zeiträume übertragbar.

Hinweis

Erläuterungen zur Vorgehensweise und zur Bewertung der Futtermittel durch den VFT sind unter www.futtermitteltest.de abrufbar. Dort sind auch die Ergebnisse von Tests anderer Regionen dargestellt.

Autor: Dr. Karl-Hermann Grünewald