Legehennenfutter im Test

Legehennen im offenen Stall

In der Zeit von Juli bis August 2010 standen 2 Alleinfutter I, 1 Alleinfutter II und 5 Ergänzungsfutter für Legehennen auf dem Prüfstand des Vereins Futtermitteltest (VFT). Im nachfolgenden wird das Ergebnis dieses Testes kommentiert.

An dieser Testreihe waren sieben Herstellerwerke beteiligt. Alleinfutter I sind als Universalfutter für die Fütterung von ein bis zwei Wochen vor Legebeginn bis zum Ende der Legeperiode geeignet. Alleinfutter II werden ab der 30./35. bis 50./55. Legewoche empfohlen.

Die deklarierten Energiegehalte der drei Alleinfutter schwankten zwischen 10,6 und 11,6 MJ ME. Die Energiegehalte der 5 Ergänzungsfutter waren mit 9,4 bis 10,2 MJ ME je kg Futter deklariert. Das energieärmere Alleinfutter II ist pelletiert, was eine höhere Futteraufnahme bedingt und so eine mit den anderen Futter vergleichbare Energie- und Nährstoffversorgung erreicht.

Die Rohprotein- bzw. Methioningehalte der drei Alleinfutter variierten von 16,0 bis 17,5 % Rohprotein bzw. von 0,35 bis 0,40 % Methionin. In den Ergänzungsfuttern erreichten diese Angaben zur Eiweißausstattung von 18,5 bis 20,0 % Rohprotein bzw. 0,35 bis 0,50 % Methionin.

Die deklarierten Calcium- und Phosphorgehalte der Alleinfutter schwankten von 3,60 bis 3,80 % Calcium bzw. 0,50 bis 0,55 % Phosphor bei den Alleinfuttern und von 4,00 bis 5,40 % Calcium bzw. 0,60 bis 0,80 % Phosphor bei den Ergänzungsfuttern. Bei zwei der drei Alleinfutter sowie bei zwei der fünf Ergänzungsfutter war Phytase zur Verbesserung der Verwertung des organisch gebundenen Phytinphosphors aus den pflanzlichen Komponenten den Mischungen zugesetzt worden.

Keine Deklarationsabweichung

Bei der analytischen Überprüfung der deklarierten Energie-, Rohprotein-, Methionin-, Calcium- und Phosphorgehalte wurden erfreulicherweise keine die vorgegebenen Toleranzen überschreitenden Abweichungen festgestellt. Für einen gezielten Futtereinsatz ist es wichtig, dass sich der Landwirt auf deklarierte Gehaltswerte verlassen kann, um die Hennen bedarfsgerecht versorgen zu können.

Fütterungshinweise

Bei der fachlichen Überprüfung der Fütterungshinweise wird in erster Linie geprüft, ob die Nährstoffausstattung mit empfohlenen Werten unter Berücksichtigung des jeweiligen Einsatzzweckes übereinstimmen. Der Einsatzzweck soll durch die Produktbezeichnung in Verbindung mit den Fütterungshinweisen der Hersteller gut erkennbar sein.

Die Nährstoffgehalte der Ergänzungsfutter werden unter Berücksichtigung der Getreidegabe bewertet. Die hier geprüften Ergänzer waren im Verhältnis 2 : 1 mit Getreide einzusetzen.

Bei der Eiweißausstattung kommt dem ausreichenden Angebot an Methionin hierbei eine besondere Bedeutung zu, weil bei einem zu geringen Angebot schnell Leistungsrückgänge zu befürchten sind. Im aktuellen Test wurden auch die Aminosäuren Cystin, Lysin und Threonin geprüft.

Eine ausreichende Versorgung mit Calcium (ca. 3,1 g/MJ ME) ist im Hinblick auf die Eischalenfestigkeit bedeutsam. Für zwei Ergänzungsfutter mit unüblich niedrigen Calciumgehalten von 4 % wird eine zusätzliche Gabe Muschelschalen empfohlen.

Beim LEGEKORN HS 66 der Firma SCHRÄDER aus Ochtrup musste eine zu geringe Methioninausstattung für den anvisierten Einsatzzweck kommentiert werden. Diese Kommentierung führte dann auch zu einer Abwertung des Futters mit der Note 2. Alle anderen Futter erhielten die Bestnote 1. Hierzu zählte auch das Alleinfutter II SOLOCORN-PELL der Firma AGRAVIS aus Dörpen mit der Note 1, obwohl ein Energie-Übergehalt kommentiert wurde.

Hinweis

Erläuterungen zur Vorgehensweise und zur Bewertung der Futtermittel durch den VFT sind unter www.futtermitteltest.de abrufbar. Dort sind auch die Ergebnisse von Tests anderer Regionen dargestellt.

Autor: Dr. Gerhard Stalljohann