Ergänzungsfutter für Legehennen im Test

Legehennen im offenen Stall

In der Zeit von Januar bis April 2012 wurden vom Verein Futtermitteltest (VFT) 4 Alleinfutter I und 3 Ergänzungsfutter für Legehennen beprobt, analysiert und bewertet. An diesem Test nahmen sechs Futterhersteller bzw. –werke teil.

Während die deklarierten Energiegehalte bei den Legehennen-Alleinfuttern I zwischen 11,4 und 11,6 MJ ME je kg Futter lagen, schwankten die Energiedeklarationen bei den Ergänzungsfuttern von 9,8 bis 10,5 MJ ME je kg Futter. Die deklarierten Rohproteingehalte der Legehennen Alleinfutter I reichten von 17,0 bis 17,5 % Rohprotein und die der Ergänzungsfutter für Legehennen von 19,0 bis 20,0 % Rohprotein. Die, die Eiweißqualität des Futters hinreichender umschreibenden Gehalte an Methionin aus den Komponenten und ggf. zugesetzter Methionin-Quellen wie DL-Methionin oder Methionin-Hydroxy-Analoge (MHA) schwankten von 0,38 bis 0,43 % Methionin in den Alleinfuttern I für Legehennen bzw. von 0,40 bis 0,56 % Methionin in den Ergänzungsfuttern für Legehennen. Die für eine optimale Eibildung – Anzahl Eier und Bruchfertigkeit – erforderliche Calciumausstattung der Futter reichte laut Deklaration in den Alleinfuttern I für Legehennen von 3,60 bis 3,80 % Calcium und in den Ergänzungsfuttern von 4,30 bis 5,20 % Calcium. Die Phosphordeklarationen schwankten zwischen 0,49 bis 0,60 bzw. 0,60 bis 0,70 % in den Alleinfuttern I bzw. in den Ergänzungsfuttern für Legehennen. Fünf Futter enthielten mikrobiell hergestellte Phytase zur besseren Verwertung des Phytinphosphors aus pflanzlichen Komponenten in den Futtermischungen. Die Futter ohne Phytasezusatz wiesen die höchsten Phosphorgehalte auf. Grundsätzlich besteht noch Spielraum zur Reduzierung der Phosphorgehalte.

Kein abweichender Befund

Nach rechtlichen Vorgaben wurde kein von den Herstellerangaben abweichender Analysenbefund bei den untersuchten Nährstoffen festgestellt.

Bei fachlicher Bewertung eine Abwertung

Beim Alleinfutter werden die analysierten Gehalte nach Bezug auf die Energie mit den Vorgaben verglichen. Für die Bewertung der Ergänzer wird die vorgelegte Mischung unter Berücksichtigung des anteiligen Getreides an den Vorgaben gemessen. Bei der fachlichen Bewertung wurde bei einem Futter nicht die Bestnote 1 vergeben, und zwar beim RWZ-VITAGOLD MEHL des Herstellers RWZ Rhein-Main, Neuss, weil ein knapper Calcium-Untergehalt gegenüber den Anforderungen bei der Überprüfung bemängelt wurde. Alle anderen Futter erhielten mit der Note 1 die Bestbewertung.

Die vorliegenden Testergebnisse gelten nur für die beprobten Futterlieferungen und erlauben keine Rückschlüsse auf die übrige Produktpalette der beteiligten Futterhersteller.

Hinweis

Erläuterungen zur Vorgehensweise und zur Bewertung der Futtermittel durch den VFT sind unter www.futtermitteltest.de abrufbar. Dort sind auch die Ergebnisse von Tests anderer Regionen dargestellt.

Autor: Dr. Gerhard Stalljohann