Ergänzungsfutter für Legehennen im Test

Legehennen im offenen Stall

In der Zeit von Juli bis September 2012 wurden acht Alleinfutter I und drei Ergänzungsfutter für Legehennen vom Verein Futtermitteltest (VFT) geprüft. Nachfolgend wird das Ergebnis dieses Testes kommentiert.

An dieser Testreihe waren neun Herstellerwerke beteiligt, deren Futter beprobt und analysiert wurden. Alleinfutter I sind als Universalfutter für die Fütterung von ein bis zwei Wochen vor Legebeginn bis zum Ende der Legeperiode geeignet. Die Ergänzungsfutter dienen dem gleichen Einsatzzweck und werden in Abhängigkeit vom gewünschten Getreideeinsatz mit unterschiedlich hohen Rohprotein-, Aminosäuren- und Mineralstoffgehalten konzipiert.

Die deklarierten Energiegehalte der acht Alleinfutter schwankten zwischen 11,0 und 11,6 MJ ME. Die Energiegehalte der drei Ergänzungsfutter waren mit 8,0 bzw. mit 9,8 MJ ME je kg Futter deklariert.

Die Rohprotein- bzw. Methioningehalte der acht Alleinfutter variierten von 15,9 bis 17,5 % Rohprotein bzw. von 0,35 bis 0,42 % Methionin. In den Ergänzungsfuttern reichten diese Angaben zur Eiweißausstattung von 19,0 bis 30,0 % Rohprotein bzw. von 0,40 bis 0,85 % Methionin. Das Methionin der Komponenten wird gegebenenfalls durch Zusatz von Methionin-Hydroxy-Analog (MHA) ergänzt.

Die deklarierten Calcium- und Phosphorgehalte der Alleinfutter schwankten von 3,3 bis 4,0 % Calcium bzw. von 0,49 bis 0,60 % Phosphor bei den Alleinfuttern und von 5,0 bis 10,5 % Calcium bzw. von 0,60 bis 0,80 % Phosphor bei den Ergänzungsfuttern. Bei sieben der acht Alleinfutter sowie bei allen Ergänzungsfuttern war Phytase zur Verbesserung der Verwertung des organisch gebundenen Phytinphosphors aus den pflanzlichen Komponenten den Mischungen zugesetzt.

Eine Deklarationsabweichung

Bei der analytischen Überprüfung der deklarierten Energie-, Rohprotein-, Methionin-, Calcium- und Phosphorgehalte wurde erfreulicherweise nur bei einem der getesteten Futter eine die vorgegebenen Toleranzen überschreitende Abweichung festgestellt. Das Futter Golddott Variant 35 C8051 m. des Herstellers AGRAVIS in Dorsten war mit 8,0 MJ ME je kg Futter deklariert. Analysiert wurden lediglich 7,2 MJ je kg. Für einen gezielten Futtereinsatz ist es wichtig, dass sich der Hennenhalter auf die deklarierten Gehaltswerte verlassen kann, um die Tiere bedarfsgerecht versorgen zu können.

Fütterungshinweise

Bei der fachlichen Überprüfung der Fütterungshinweise wird in erster Linie geprüft, ob die Nährstoffausstattung mit empfohlenen Versorgungswerten unter Berücksichtigung des jeweiligen Einsatzzweckes übereinstimmen. Der Einsatzzweck soll durch die Produktbezeichnung in Verbindung mit den Fütterungshinweisen der Hersteller gut erkennbar sein.

Die Nährstoffgehalte der Ergänzungsfutter werden unter Berücksichtigung der Getreidegabe bewertet. Zwei der hier geprüften Ergänzer waren im Verhältnis 2 : 1 mit Getreide einzusetzen und ein Ergänzungsfutter mit einem Anteil von 35 % an der Tagesration.

Bei der Eiweißausstattung kommt dem ausreichenden Angebot an schwefelhaltigen Aminosäuren, insbesondere an Methionin eine besondere Bedeutung zu, weil bei einem zu geringen Angebot schnell Leistungsrückgänge zu befürchten sind. Ergänzend werden die Befunde an Methionin plus Cystin ausgewiesen. Die notwendigen Gehalte an Methionin bzw. Methionin + Cystin von 0,3 g/MJ ME bzw. 0,55 g/MJ ME wurden im Rahmen der vom VFT eingeräumten Toleranzen immer erreicht.

Eine ausreichende Versorgung mit Calcium (ca. 3,1 g/MJ ME) ist im Hinblick auf die Eischalenfestigkeit bedeutsam.

Wie in der Übersicht dargestellt erhielten mit einer Ausnahme alle Alleinfutter die Bestnote 1. Das Alleinfutter GOLD PLUS (25) des Herstellers Versele-Laga aus Deinze in Belgien wurde aufgrund der fehlenden Energiedeklaration mit der Note 3 abgewertet. Das Ergänzungsfutter Golddott Variant 35 C8051 m. des Herstellers AGRAVIS in Dorsten wurde ebenfalls abgewertet und mit der Note 3 versehen. Ausschlaggebend war hier das zuvor schon beschriebene Energiedefizit gegenüber der Angabe, auch wenn der Gehalt in der vorgelegten Mischung (mit Getreide) im üblichen Rahmen liegt.

Die vorliegenden Testergebnisse gelten nur für die beprobten Futterlieferungen und erlauben keine Rückschlüsse auf die übrige Produktpalette der beteiligten Futterhersteller.

Hinweis

Erläuterungen zur Vorgehensweise und zur Bewertung der Futtermittel durch den VFT sind unter www.futtermitteltest.de abrufbar. Dort sind auch die Ergebnisse von Tests anderer Regionen dargestellt.

Autor: Heinrich Bußmann