Kälberfutter getestet

Hammeltest

Kälberaufzuchtfutter im Test

Vom Verein Futtermitteltest sind im Zeitraum von Oktober bis Dezember 2013 in Nordrhein-Westfalen insgesamt acht Ergänzungsfutter für Aufzuchtkälber beprobt und analysiert worden, siehe die Tabelle im Anhang. Die Futter werden in der LUFA NRW auf die Gehalte an Rohprotein, Rohfaser, Roh-fett, Stärke, ADFom (organische Fraktion der Säure-Detergenzien-Faser) sowie Calcium und Phosphor untersucht. Der Gehalt an umsetzbarer Energie (ME) ist nach futtermittelrechtlich festgelegter Formel geschätzt. Bewertet werden neben der Einhaltung der Deklaration auch die Fütterungshinweise der Hersteller. Sie müssen zum einen den gesetzlichen Vorgaben entsprechen und zum anderen eine aussagekräftige Einsatzempfehlung für das Futter enthalten. Von den hier geprüften Ergänzern sind zwei mit einem Energiegehalt von 10,8 MJ ME/kg und Rohproteingehalten von 18 und 20,0 % deklariert. Vier weitere Futter sollen 11,2 MJ ME/kg mit 16,0, 18,4, 19,0 und 20,0 % Rohprotein aufweisen. Ein weiteres Futter ist mit 11,0 MJ ME/kg und 20 % Rohprotein gekennzeichnet. Bei einem Aufzuchtfutter gibt es keine Energieangabe, der Rohproteingehalt ist mit 18 % angegeben.

Ergebnis

Das Futter Kälberaufzucht der Raiffeisen Hamaland enthält mit 1,55 % mehr Calcium als die Deklaration angibt und wird deshalb mit einer 2 bewertet. Der Hersteller Spoden Montenau-Amel aus Belgien verzichtet bei dem Futter Flocken II auf die Energiedeklaration. Der angegebene Rohproteingehalt von 18,1 % wird mit 15,8 % laut Analyse knapp unterschritten. Der Calciumgehalt soll 0,01 % betragen, analysiert wurde 0,60 %. Damit wird die Deklaration deutlich überschritten. Ingesamt führten die Abweichungen zur Bewertung 3. Zwei weitere Aufzuchtfutter, KälberMenue der Agrifirm Deutschland Neuss und CombiKorn Primus der Agravis Minden, fallen jeweils durch die Überschreitung des deklarierten Energiegehaltes auf. Dies führt aber nicht zu einer schlechteren Bewertung.

Kommentierung

Da dem Energiegehalt eine zentrale Bedeutung bei der Futterauswahl und der Nährstoffversorgung zukommt, ist eine entsprechende Angabe und genaue Einhaltung erforderlich, das heißt auch Überschreitungen sind zu vermeiden. Grundsätzlich sollte kein Landwirt auf die Angaben zum Energiegehalt verzichten. Warum der belgische Hersteller für das Futter Flocken II einen Calciumgehalt von 0,01 % angibt ist nicht nachvollziehbar, da allein über den natürlich vorkommenden Gehalt in den aufgeführten Futterkomponenten ein deutlich höherer Calciumwert in der Mischung erreicht werden muss. Dies bestätigt sich in der Analyse. Der Einsatz von Mischfuttern, die einen deklarierten Rohproteingehalt von weniger als 18 % aufweisen, ist aus Fütterungssicht nur bei zusätzlicher Eiweißzufuhr (z.B. zu Milchtränke) sinnvoll. Dies sollte in den Fütterungshinweisen aufgeführt werden. Bei dem Futter KälberMenue von Agrifirm ist dies entsprechend gut umgesetzt worden. Denn schließlich soll in der Kälberaufzucht das Wachstumspotential der jungen Kälber optimal ausgenutzt werden. Gleiches gilt bei geringeren Gehalten als 1,0 % Calcium im Aufzuchtfutter. Ohne zusätzliche Calciumgabe über die Milch oder ggf. anderen Ca-reichen Futtermitteln ist die notwendige Versorgung nicht gewährleistet, was sich nachteilig auf die Knochenmineralisierung auswirken kann. Die Aufzuchtfutter sollen eine Ergänzung der Energie-, Nähr- und Wirkstoffversorgung der sich ändernden Ration (Milchtränke, Milch und Grobfutter, Grobfutter) ermöglichen. Auf Basis üblicher Futterqualitäten und -mengen sind daher für Kälberaufzuchtfutter die vorgesehenen Richtwerte anzustreben.

Autor: Annette Menke