Ergänzungsfutter für Schweine im Test

Wie 6 Ergänzungsfuttermittel für Schweine aus Nordrhein-Westfalen vom Verein Futtermitteltest (VFT) bewertet wurden.

Im dritten Quartal 2007 wurden in Nordrhein-Westfalen unter anderem sechs Ergänzungsfuttermittel für Schweine vom Verein Futtermitteltest (VFT) untersucht und bewertet. Der Test bestand aus vier Ergänzungsfuttern für Mastschweine und aus zwei Ergänzungsfuttermitteln für Ferkel. Die sechs Futter stammten von sechs verschiedenen Herstellern. Die von den Herstellern deklarierten Rohprotein- und Lysingehalte sind der Übersicht zu entnehmen. Bei zwei Futtern war erfreulicherweise der Energiegehalt angegeben. Vier der Futter enthielten einen Phytasezusatz. Da die Kosten für mineralischen Phosphor enorm angestiegen sind, lohnt sich der Einsatz von Phytase bei gleichzeitiger Absenkung der Brutto-P-Gehalte nicht nur aus ökologischen, sondern auch aus ökonomischen Gründen. Bei einem Futter handelte es sich um ein Ökofutter.

Kommentierung der Ergebnisse

Vier Futter erzielten mit Gruppe 1 das beste Gesamtergebnis. In diesen Fällen wurden die Qualitätsvorgaben des VFT voll erreicht. Ein Futter mit Gruppe 1, und zwar das HS COMBI-SOJA XF 20 von Schräder in Ochtrup hatte allerdings gegenüber der Deklaration einen überhöhten Rohprotein-Gehalt (36,0 % deklariert, 38,3 % analysiert), was unter Umständen die N-Bilanz eines Betriebes belasten kann.
 
Zwei Futter mussten wegen festgestellter Mängel in Gruppe 2 eingestuft werden. Und zwar das Ökofutter Curo UNIVERSAL von Curo, Ostenfelde und das Futter Ferkelergänzung von Krampe Mühle, Coesfeld-Lette. Im ersten Falle lag – bezogen auf die Gesamtmischung mit 12,5 % Ergänzungsfutter und 25 – 30 % Leguminosenanteil – ein Lysin-Untergehalt vor. Lysin ist die erstlimitierende Aminosäure in der Schweinefütterung und sollte immer in ausreichender, dem Bedarf angepasster Menge zur Verfügung stehen, um Leistungsdepressionen bei den Tieren zu vermeiden.

Bei den zwei Ergänzungsfuttern für Ferkel wurden neben Lysin auch die Gehalte an Methionin/Cystin und Threonin geprüft. Die Gehalte dieser Aminosäuren reichten in der Gesamtmischung aus.
 
Bei dem zweiten Futter lag bei einem Mischungsanteil von 25 % ein Phosphor-Untergehalt in der zugrunde gelegten Gesamtmischung vor, was zur Abwertung führte. Mängel in der Mineralstoffversorgung können sich nachteilig auf die Skelettmineralisierung und damit die Fundamentstabilität der Tiere auswirken. Bei diesem Futter wurden des Weiteren bei Rohprotein, Calcium und Phosphor Deklarationsüber- bzw. –unterschreitungen festgestellt. Abweichungen von der Deklaration sind unerwünscht, der Landwirt sollte sich beim Futterzukauf auf die Angaben der Hersteller in jedem Falle verlassen können, um das Futter richtig einschätzen und sachgerecht einsetzen zu können.
 
Die Ergebnisse dieser Testreihe gelten nur für die geprüften Futterlieferungen.

Hinweis

Erläuterungen zur Vorgehensweise und zur Bewertung der Futtermittel durch den VFT sind unter www.futtermitteltest.de abrufbar. Dort sind auch die Ergebnisse von Tests anderer Regionen dargestellt.