Schweinefutter im Test

Tragende Sauen an der AbrufstationBild vergrößern

Ergebnisse von 14 Alleinfuttern für Mastschweine beim Verein Futtermitteltest (VFT).

Von März bis Juni 2017 wurden in Nordrhein-Westfalen vierzehn Alleinfutter für Mastschweine vom VFT beprobt, analysiert und abschließend bewertet. Die Daten sind in der Übersicht dargestellt. An dem Test waren neun Mischfutterwerke beteiligt. Üblicherweise werden Schweinemastfutter als Phasenfutter für unterschiedliche Gewichtsabschnitte optimiert und angeboten. Die in diesem Test geprüften Mastfutter lassen sich wie folgt differenzieren:

  • drei Anfangsmastfutter
  • fünf Universalfutter (ab 35 kg Tiergewicht bis Mastende)
  • sechs Mittel-/Endmastfutter ab 50, 55, 60, bzw. 65 kg Tiergewicht.
    Dabei waren zwei Futter (je ein Anfangs- und Universalmastfutter) ohne nähere Angaben.

Die Anpassung der Nährstoffversorgung an die im Mastverlauf sinkenden Anforderungen durch eine 2- oder noch besser 3-phasige Fütterung mit voran geschalteter Vormast hilft überschüssige Nährstoffe einzusparen, entlastet das N- und P-Nährstoffmanagement und reduziert die Futterkosten. Auch bei Einsatz von „Universalfutter“ zu Mastbeginn kann im Mastverlauf auf Mittel- oder Endmastfutter umgestellt werden.

Um ein Mastfutter stets gezielt einsetzen zu können, sollte neben einer Zuordnung zu einem Vor-, Anfangs-, Mittel- oder Endmastfutter stets die genaue Gewichtsangabe gegeben werden, ab dem das Futter eingesetzt werden soll.

Einzelne Futter waren zwar mit „Anfangs-Mast“ oder „Endmast“ benannt, um die Futter tatsächlich entsprechend dem konzipierten Einsatzbereich (in kg LM) zuordnen zu können, sollte im Fütterungshinweis und/oder in der Bezeichnung aber auch der Einsatzbeginn angegeben werden. Ein Kürzel oder Namensbestandteil kann dies nicht ersetzen.

Kommentierung der Ergebnisse

Die von den Herstellern deklarierten Energiegehalte reichten von 12,8 bis 13,4 MJ ME je kg Futter. Die Angabe der Energiegehalte im Futter hat nach der seit 2010 rechtlich gültigen Formel für Mischfutter (GfE 2008) zu erfolgen. Die deklarierten Rohproteingehalte der Futter schwankten von 14,0 bis 17,0 % Rohprotein. Die den Eiweißbedarf genauer umschreibende Aminosäure Lysin schwankte in den Deklarationen von 0,90 bis 1,20 % Lysin und spiegelt den Einsatzbereich besser wieder als die Rohproteingehalte.

Die Calcium- und Phosphorgehalte der Futter lagen zwischen 0,60 bis 0,77 % Calcium sowie zwischen 0,42 bis 0,55 % Phosphor, wobei allen Futtern mikrobiell hergestellte Phytase zur besseren Verwertung des organisch gebundenen Phosphors aus pflanzlichen Komponenten zugemischt war.

Keine Deklarationsabweichungen

Bei allen analysierten Futtern wurden die Deklarationen bestätigt.

Vier Abwertungen

Die weitergehende fachliche Bewertung basiert auf den Einsatzzweck, der durch die Fütterungshinweise deutlich wird. Hier verlangt der VFT die Angabe der Energiege-halte und die Einhaltung der fachlich geforderten Richtwerte für die Aminosäuren und Mineralstoffe in g/MJ ME.

Die Futter deuka Kornmast 132 DV, gek., deuka VE 134 DV, bigran, deuka VE 134 DV, bigran und deuka Kornmast 130 DV, gek. der Firma Deutsche Tiernahrung, Cremer aus Düsseldorf erhielten wegen fehlender Energieangabe die Note 3.

Die für den Einsatzzweck notwendigen Gehalte an Aminosäuren (Lysin) und den Mineralstoffen Calcium und Phosphor wurden bei allen Futtern erreicht.

Alle anderen Futter konnten mit der Note „1“ bewertet werden.

Für vier Futter (drei Hersteller) wurden über die rechtlich verpflichtende Auflistung der verwendeten Komponenten in absteigender Reihenfolge auch deren genaue Mischungsanteile angegeben. Diese zusätzliche Information kann für den Tierhalter nützlich sein.

Hinweis

Ausführliche Erläuterungen zu Richtwerten, zur Vorgehensweise sowie zur Bewertung der Futter durch den VFT sind unter www.futtermitteltest.de einsehbar. Dort sind dort auch Tests aus anderen Regionen aufgeführt.

Autor: Dr. Gerhard Stalljohann