Nmin-Richtwerte Sommerungen 2018

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Die eigene Nmin-Untersuchung gibt besonders in diesem Frühjahr Aufschluss über den Vorrat an mineralischem Bodenstickstoff unter der eigenen Fläche. Foto: Holger Fechner

Die Landwirtschaftskammer NRW gibt die Nmin-Richtwerte für die Sommerungen, die in 2018 angebaut werden, bekannt. Dafür wurden über 500 Nmin-Proben, die bis dato bei der LUFA NRW eingegangen sind, ausgewertet. Nach guter fachlicher Praxis muss der Landwirt vor der Düngung mit Stickstoff Kenntnis darüber haben, welcher Bodenvorrat an Stickstoff vorliegt. Der dazu ermittelte Nmin-Wert ist Bestandteil der zu dokumentierenden Düngebedarfsermittlung (DBE) nach Vorgaben der neuen Düngeverordnung (DüV).

Der Nmin-Wert darf unter düngerechtlichen Gesichtspunkten auf zweierlei Weise ermittelt werden. Die genaueste Methode stellt die Analyse einer eigenen, repräsentativ gezogenen Bodenprobe auf dem jeweiligen Schlag dar. Aufgrund der individuellen Bewirtschaftungsweise und der regionalen Witterung im Vorfeld ergeben sich sehr schlagspezifische Nmin-Werte. Die eigene Nmin-Probe spiegelt daher die tatsächlichen Gegebenheiten am ehesten wieder. Mit diesem Wert lässt sich die standortbezogene, pflanzenbedarfsgerechte Stickstoffdüngemenge sehr genau ermitteln und sollte daher favorisiert werden. Eine andere Möglichkeit für die Ermittlung des Stickstoffbodenvorrates stellen die hier veröffentlichen Nmin-Richtwerte für die unterschiedlichen Bodenartengruppen und Kulturkonstellationen dar.

Grundsätzlich werden nach neuem Düngerecht für den anzugebenden Nmin-Wert alle drei Bodenschichttiefen (0-90 cm) für die DBE zugrunde gelegt. Für das Jahr 2018 wird jedoch bis auf weiteres bei den Kulturen Sommerweizen, Sommerroggen, Sommer-Triticale, Sommergetreide- Gemenge, Sommerraps sowie allen Körnerleguminosen lediglich die Schichttiefe 0-60 cm in Ansatz gebracht (siehe Tabelle). Eine niedrigere als vorgegebene Schichttiefe kann bei allen Kulturen nur auf flachgründigen Böden berücksichtigt werden, auf denen den Pflanzen ein geringerer Wurzelraum zur Verfügung steht. In diesen Fällen dürfen die nicht-beprobungsfähigen und damit nichtdurchwurzelbaren Schichttiefen bei der DBE unberücksichtigt bleiben.

Tabelle: Nmin-Richtwerte NRW Sommerungen 2018

Bodenart Sommerung Vorfrucht 0-30 cm 30-60 cm 60-90 cm Ʃ 0-90 cm 5-jähriges Mittel
leichter Boden
(S, lS, sU)
Rüben alle* 17 10 0 27 24
Kartoffeln alle* 17 10 0 27 37
Mais Getreide 27 7 9 43 27
Mais, Rüben, Kartoffeln 13 8 7 28 27
ZF, abfrierend 15 8 6 29 27
ZF, nicht abfrierend 6 6 3 15 27
S-Hafer, S-Gerste Getreide, Mais, ZF 6 7 9 22 43
S-Weizen, S-Roggen, S-Triticale, S-Getreide-Gemenge Getreide, Mais, ZF 6 7   13 22
Körnerleguminosen, S-Raps alle* 16 8   24 24
sonstige sonstige 16 8 6 30 24
mittlerer Boden
(sU, ssL, sL, lU, uL, L)
Rüben Getreide 13 17 6 36 60
Mais, Kartoffel, Raps, Rüben 24 15 19 58 60
ZF, abfrierend 34 8 6 48 53
ZF, nicht abfrierend 9 9 3 21 53
Kartoffeln Getreide, Mais 20 7 6 33 50
Rüben 23 11 11 45 50
ZF, abfrierend 26 7 4 37 33
ZF, nicht abfrierend 12 9 0 21 33
Mais Getreide, Mais 15 8 8 31 54
Kartoffel, Raps, Rüben 19 21 16 56 54
ZF, abfrierend 24 15 9 48 38
ZF, nicht abfrierend 7 7 1 15 38
S-Hafer, S-Gerste alle* 12 10 6 28 53
S-Weizen, S-Roggen, S-Triticale, S-Getreide-Gemenge alle* 12 10   22 43
Körnerleguminosen, S-Raps alle* 18 10   28 22
sonstige sonstige 18 10 6 34 33
schwerer Boden
(utL, tL, T)
Rüben, Mais, S-Hafer, S-Gerste alle* 24 13 20 57 40
S-Weizen, S-Roggen, S-Triticale, S-Getreide-Gemenge, Körnerleguminosen, S-Raps alle* 24 13   37 40
sonstige sonstige 24 13 20 57 40
Transparentes Pixel *alle außer Leguminosen und Gemüse   Transparentes Pixel  = zu korrigieren in DBE

Mit Veröffentlichung der Nmin-Richtwerte, bzw. dem Vorliegen der eigenen Nmin-Probe werden die zuvor für die DBE gültigen 5-jährigen Mittelwerte abgelöst. Die Anpassung der DBE stellt jedoch einen gewissen Arbeitsmehraufwand dar, weshalb in 2018 nach Absprache mit dem MULNV nur bei Überschreitung einer Toleranzschwelle von +/- 10 kg/ha Nmin zwischen dem 5-jährigen Mittelwert und dem aktuellen Richtwert aus 2018 eine Korrektur erforderlich ist (siehe Tabelle). Liegen höhere Abweichungen vor, sind die aktuellen Nmin-Richtwerte 2018 zur Dokumentation im Prüfordner abzulegen und bei der DBE zu berücksichtigen.

Die aktuellen Nmin-Richtwerte sind ab sofort im LWK-Programm für die DBE, NPmax, hinterlegt.

Autor: Holger Fechner