Maßnahmeblatt: Gelegeschutz Kiebitz

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Kiebitzgelege

Bereich Acker

Was beinhaltet die Maßnahme und welche ökologischen Vorteile bietet sie?

Die hier vorgestellten Maßnahmen dienen der Bestanderhaltung und Förderung des Kiebitz. Er ist ein typischer Vogel der offenen Feldflur und mit seinen ab Anfang März zu beobachtenden auffälligen Balzflügen ein bekannter Frühlingsbote. Die Bestände des Kiebitz sind in den letzten Jahren stark zurückgegangen.

Durch das Auffinden und Markieren sowie das anschließende Aussparen der Gelege bei der Bodenbearbeitung kann der Bruterfolg deutlich verbessert werden. Empfehlenswert sind bearbeitungsfreie Schonzeiten etwa von Ende März bis Mitte Mai, ebenso die Anlage insektenreicher Strukturen wie Blühstreifen oder selbstbegrünende Ackerbrachen, die geschlüpften Küken Nahrung und Deckungsmöglichkeiten bieten.


Hinweise zu Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten

Diese Maßnahme ist förderfähig im Rahmen des einjährigen Naturschutzförderpakets „Feldvogelinseln im Acker“ des Landes NRW in allen Kreisen und kreisfreien Städten, soweit mindestens 3 Brutpaare pro Fläche (revieranzeigende Verhaltensweisen wie Gesang oder Balz) vorhanden sind. Ausgleichszahlungen belaufen sich je nach Kulturart auf 284 bis 2130€/ha. Unterstützend können auch Vertragspakete im Rahmen des Vertragsnaturschutzes - insbesondere die Anlage von Ackerbrachen durch Selbstbegrünung (Paket 5041), Kiebitzgerechte Einsaat von Ackerflächen (Paket 5042) oder Bearbeitungsfreie Schonzeit auf Maisäckern (Paket 5023) abgeschlossen werden. Der Kiebitzgelegeschutz ist natürlich auch auf freiwilliger Basis möglich und auch ohne Inanspruchnahme von Fördergeldern als effektive Artenschutzmaßnahme sinnvoll.

Rechtliche und fördertechnischen Grundlagen:

www.bezreg-koeln.nrw.de/brk_internet/leistungen/abteilung05/51/foerderung/feldvogelinsel


Hinweise zur Umsetzung

Im ersten Schritt müssen die Kiebitzgelege - meist 3-4 gut getarnte Eier in Bodenmulden ab Mitte/Ende März - aufgefunden und markiert werden. Zuvor können auffällige Balzflüge als Hinweis auf mögliche Brutaktivitäten gewertet werden. Das Auffinden und Markieren kann gegebenenfalls in Zusammenarbeit mit den Biologischen Stationen vor Ort geschehen.

Die markierten Gelege sind bei der Bearbeitung aussparen, indem sie entweder umfahren oder gegebenenfalls umgesetzt werden. Unbeschadet umgesetzte Nester werden von den Altvögeln nach kurzer Zeit wieder aufgesucht und weiterbebrütet.

Die Bodenbearbeitung in Kiebitz-Schwerpunkträumen sollte möglichst innerhalb von wenigen Tagen durchgeführt sein und idealerweise in der Zeit von Ende März bis Mitte Mai nicht stattfinden.

Für geschlüpfte Küken sind nahe gelegene Blühstreifen oder -flächen, Ackerstreifen oder -brachen sowie Feuchtstellen als Nahrungsangebot (Insekten) und Deckungsraum wichtig.

Bei Teilnahme an der einjährigen Landesförderung „Feldvogelinseln im Acker“ müssen entsprechende Förderbedingungen eingehalten werden (siehe unter Hinweise zu rechtlichen und fördertechnischen Grundlagen).

Weiterführende Informationen:

Landwirtschaftskammer NRW: Artensteckbrief „KiebitzPDF-Datei

Landwirtschaftskammer NRW: Flyer “Kiebitzschutz in der Zülpicher Börde“PDF-Datei

http://praxistipps.lbv.de/praxistipps/hilfe-fuer-den-kiebitz.html


Ansprechpartner

Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
Standortentwicklung, Ländlicher Raum
Gartenstraße 11
50765 Köln
Telefon: 0221 5340-333 oder -324
Telefax: 0221 5340-19333
E-Mail: biodiversitaet@lwk.nrw.de

Untere Naturschutzbehörden in Nordrhein-Westfalen
www.umwelt.nrw.de/naturschutz/wer-macht-was/naturschutzverwaltung

Biologischen Stationen in Nordrhein-Westfalen
www.biostationen-nrw.com


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