Maßnahmenblatt: Extensivierung von Teilflächen auf Dauergrünland

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Extensivierung von Teilflächen auf Dauergrünland

Bereich Grünland

Was beinhaltet die Maßnahme und welche ökologischen Vorteile bietet sie?

Mit der Extensivierung von Teilflächen kann insbesondere in Gebieten mit intensiver Grünlandwirtschaft ein Beitrag zur Förderung der Biodiversität geleistet werden. Geeignete Maßnahmen sind das alternierende Aussparen von Streifen bei der Schnittnutzung, die Nichtnutzung von Teilflächen bis Mitte Juli etwa im Bereich von Magerstellen, vernässten Senken, entlang von Gewässern, Gräben, Zäunen, Böschungen oder das Stehenlassen überjähriger Streifen. Hierdurch sollen in erster Linie Strukturen und damit Deckungs- und Rückzugsräume für diverse Insekten, Vogel- und Säugetierarten geschaffen werden. Je nach Detailausprägung der durchgeführten Extensivierungsmaßnahmen können sich dabei Schutzeffekte für gefährdete, in ihrem Erhaltungszustand als ungünstig zu beurteilende Arten ergeben. Insbesondere extensiv genutzte Streifen bieten ideale Möglichkeiten zur Vernetzung von Biotopen und sind für den Aufbau eines Biotopverbunds bedeutsam. Bei langjähriger extensiver Bewirtschaftung kann darüber hinaus auch die Entwicklung artenreicher Grünlandbestände gefördert werden.


Hinweise zu Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten

Fördermöglichkeiten bestehen derzeit nicht. Bei der Maßnahme handelt es sich um eine sogenannte niederschwellige („low level“-) Maßnahme, die insbesondere für flächenknappe Intensiv-Grünlandgebiete gedacht ist. Auf naturschutzfachlich geeigneten Flächen sind selbstverständlich auch Extensivierungspakete des Vertragsnaturschutzes zu nutzen - siehe hierzu Maßnahmenblatt „Extensive Grünlandnutzung“ -, hier aber nicht Gegenstand der Betrachtung.


Hinweise zur Umsetzung

Als zu extensivierende Teilflächen bieten sich die Randbereiche von Grünlandflächen, gegebenenfalls angrenzend an lineare Strukturen, Gewässer oder Wälder, und innerhalb der Flächen gelegene Teilflächen mit ungünstigen Standortbedingungen an.

Als Maßnahmen kommen in Frage:

  • das alternierende Mähen, also das wechselnde Aussparen von Streifen bei der Schnittnutzung;
  • die verspätete Mahd bzw. Nichtnutzung bis Mitte Juli/August: insbesondere an Magerstellen, im Bereich von Feuchtstellen oder vernässten Senken, entlang von Gräben und Gewässern, an Böschungen und Weidezäunen; die Teilfläche sollte mindestens 3%, idealerweise 20% der Gesamtfläche einnehmen;
  • das Stehenlassen überjähriger Streifen: Nichtnutzung von mindestens 3m breiten Streifen von Sommer bis Mitte Juli des Folgejahres.

Weiterführende Informationen:

Gottwald, F. u. K. Stein-Bachinger (2015): Landwirtschaft für Artenvielfalt - Ein Naturschutzstandard für ökologisch bewirtschaftete Betriebe

Maßnahmenblatt „Extensive Grünlandnutzung“
www.landwirtschaftskammer.de/landwirtschaft/naturschutz/biodiversitaet/extensivierung


Ansprechpartner

Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen
Standortentwicklung, Ländlicher Raum
Gartenstraße 11
50765 Köln
Telefon: 0221 5340-333 oder -324
Telefax: 0221 5340-19333
E-Mail: biodiversitaet@lwk.nrw.de


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