Greeningprämie

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Betriebsinhaber, die an der Basisprämienregelung teilnehmen, müssen auf allen ihren beihilfefähigen Flächen bestimmte dem Klima- und Umweltschutz förderliche Landbewirtschaftungsmethoden, das sogenannte "Greening", einhalten. Dies gilt für alle bewirtschafteten Flächen eines Betriebs, unabhängig davon, ob mit diesen Flächen Zahlungsansprüche aktiviert werden oder keine Zahlungsansprüche aktiviert werden. So fallen hierunter auch beispielsweise die Flächen, die die Mindestparzellengröße nicht erreichen. Die entsprechenden Regelungen sind bundesweit einheitlich.

Bei den Flächen ist zu berücksichtigen, dass die bewirtschafteten Parzellen mit den angrenzenden oder auf der Fläche befindlichen Landschaftselemente zu einer sogenannten Bruttofläche addiert werden und diese Bruttofläche für die Überprüfung der Erfüllung der Greeningverpflichtungen herangezogen werden.

Die Betriebsinhaber erhalten hierfür eine Zahlung für dem Klima- und Umweltschutz förderliche Landbewirtschaftungsmethoden, der so genannten "Greeningprämie".  Diese wird grundsätzlich für alle beihilfefähigen Flächen des Betriebs, mit denen Zahlungsansprüche aktiviert werden, gewährt, auch wenn er aus unterschiedlichen Gründen vom Greening befreit ist. Die Greeningprämie ist immer an die Basisprämie gekoppelt.

Greening umfasst die folgenden drei Maßnahmen, die alle gleichermaßen einzuhalten sind:

  1. die Anbaudiversifizierung
  2. den Erhalt des Dauergrünlands
  3. die Ausweisung einer Flächennutzung im Umweltinteresse („Ökologische Vorrangflächen“)

Die Anforderungen müssen jeweils - sofern keine anderen Zeiträume angegeben werden - während des gesamten Jahres eingehalten werden, auch dann, wenn die betreffende Fläche zwischenzeitlich an einen anderen Betriebsinhaber übertragen wird.

Anbaudiversifizierung

Die Anbaudiversifizierung im Rahmen der Greening-Anforderungen zielen auf die Umsetzung und Einhaltung einer Fruchtfolge eines landwirtschaftlichen Betriebs. Sie gibt den Betriebsinhabern Mindestanforderungen bezüglich der Anzahl und der zulässigen Anteile einzelner landwirtschaftlicher Kulturen am gesamten Ackerland ihres Betriebes vor.

Die Verpflichtung zur Anbaudiversifizierung bezieht sich grundsätzlich nur auf das Ackerland eines Betriebes. Dauerkulturen und Dauergrünland zählen nicht zu den landwirtschaftlichen Kulturen, die im Rahmen der Fruchtartendiversifizierung zu berücksichtigen sind. Die Vorgaben hinsichtlich der Anteile der verschiedenen Kulturen für die Anbaudiversifizierung müssen in Deutschland im Zeitraum vom 1. Juni bis zum 15. Juli des jeweiligen Antragsjahres erfüllt sein.

Betriebe mit bis zu 30 Hektar Ackerland müssen mindestens 2 verschiedene Kulturen anbauen, wobei die Hauptfrucht maximal 75 Prozent der Anbaufläche betragen darf.

Betriebe mit über 30 Hektar Ackerland müssen mindestens 3 verschiedene Kulturen anbauen, wobei die Hauptfrucht maximal 75 Prozent und die 2 Kulturen mit der größten Fläche, zusammen maximal 95 Prozent einnehmen dürfen. Nimmt bei diesen Betrieben die Hauptkultur mehr als 75 Prozent ein, ist auch dies unter bestimmten Voraussetzungen zulässig.

Von der Anforderung zur Erfüllung der Anbaudiversifizierung sind, neben den Betrieben, die generell befreit sind, auch die Betriebe mit weniger als 10 Hektar Ackerland. Weiterhin befreit sind die Betriebe mit einem hohen Anteil von Gras oder anderen Grünfutterpflanzen und/oder Brache am Ackerland und einem Anteil von weniger als 30 ha Ackerland.

Eine weitere Regelung zur Befreiung von der Anbaudiversifizierung können nur Betriebe in Anspruch nehmen, bei denen mehr als 50 % der diesjährig als Ackerland beantragten Flächen vom Betriebsinhaber in seinem Beihilfeantrag des Vorjahres nicht beantragt wurden und bei denen auf dem gesamten Ackerland des Betriebs eine andere landwirtschaftliche Kulturpflanze als im Vorjahr angebaut wird.

Erhaltung von Dauergrünland

Eine weitere Maßnahme des Greening stellt Dauergrünlanderhaltung dar. Ziel hierbei ist die Sicherstellung des regionalen Anteils des Dauergrünlands an der gesamten landwirtschaftlichen Fläche. Unter dem Betriff „Dauergrünland“ sind hierbei Flächen zu verstehen, die durch Einsaat oder auf natürliche Weise (Selbstaussaat) zum Anbau von Gras oder anderen Grünfutterpflanzen genutzt werden und seit mindestens fünf Jahren nicht Bestandteil der Fruchtfolge des landwirtschaftlichen Betriebs sind. Als Dauergrünland gelten auch Flächen, die abgeweidet werden können und einen Teil der etablierten lokalen Praktiken darstellen, wo Gras und andere Grünfutterpflanzen traditionell nicht in Weidegebieten vorherrschen, zum Beispiel Heidegebiete.

Es wird zwischen umweltsensiblem und normalem Dauergrünland unterschieden. Im Rahmen des Greening unterliegt umweltsensibles Dauergrünland einem besonderen Schutz. Das umweltsensible Dauergrünland umfasst das Dauergrünland, das am 01.01.2015 als Dauergrünland in Flora-Fauna-Habitat-Gebieten (FFH-Gebieten) besteht. Für das umweltsensible Dauergrünland gilt ein vollständiges Umwandlung- und Umbruchverbot.

Um einer weiteren Abnahme von normalem Dauergrünland vorzubeugen, darf nur noch mit Genehmigung die Dauergrünlandfläche umgebrochen und in eine andere Nutzung umgewandelt werden. Weitere Informationen zum Dauergrünland entnehmen Sie dem Artikel:

Ökologische Vorrangflächen

Bewirtschaftet ein Betrieb mehr als 15 Hektar Ackerland, so müssen mindestens 5 Prozent des Ackerlandes als ökologische Vorrangfläche ausgewiesen werden. Das Ackerland des Betriebes, das bei der Prüfung der 15 Hektar Grenze berücksichtigt wird, ist das gesamte Ackerland des Betriebes, inklusive Landschaftselemente an oder auf Ackerflächen. Auch die Flächen, die die Mindestparzellengröße von 0,1 ha unterschreiten, werden eingerechnet. Weiter zählen Flächen mit Niederwald mit Kurzumtrieb, Aufforstungsfläche und Pufferstreifen auf Grünland, auf denen jeweils ökologische Vorrangflächen ausgewiesen werden zu dem Ackerland.

Überschreitet das Ackerland eines Betriebes die 15 Hektar Grenze, so gibt es weitere Ausnahmeregelungen. Von diesen Regelungen zur Befreiung der Erbringung von ökologischen Vorrangflächen profitieren die Betriebe mit einem hohen Anteil von Gras oder anderen Grünfutterpflanzen und/oder Brache am Ackerland sowie Leguminosen und einem Anteil von weniger als 30 ha Ackerland. Sofern der Betriebsinhaber mehr als 15 ha Ackerland bewirtschaftet, nicht generell vom Greening befreit ist und keine der Ausnahmeregelungen greift, so hat er die Vorgaben der ökologischen Vorrangflächen zu erfüllen.

Diese Vorgaben der ökologischen Vorrangflächen können durch unterschiedliche Typen erfüllt werden, für die jeweils besondere Bedingungen für die Anerkennung als ökologische Vorrangfläche gelten. Für die einzelnen Typen der ökologischen Vorrangflächen gelten unterschiedlich hohe Gewichtungsfaktoren. Eine Fläche oder ein Landschaftselement darf in einem Antragsjahr nur einmal als ökologische Vorrangfläche angemeldet werden. Wird auf einer Fläche zum Beispiel eine stickstoffbindende Pflanze angebaut und diese als ökologische Vorrangfläche ausgewiesen, kann auf dieser selben Fläche nach Ernte der Hauptkultur nicht noch eine Zwischenfrucht als weitere ökologische Vorrangfläche ausgewiesen werden.

Brachliegende Flächen

Brachliegenden Flächen auf Ackerland können als ökologische Vorrangflächen in Betracht kommen und werden mit einem Gewichtungsfaktor von 1,0 angerechnet. Die Flächen müssen entweder der Selbstbegrünung überlassen werden oder sie sind in der Regel durch eine gezielte Ansaat bis zum 1. April des Förderjahres zu begrünen. Hierbei gibt es jedoch Ausnahmen, siehe:

Auf brachliegenden Flächen darf keine landwirtschaftliche Erzeugung oder Futternutzung stattfinden. Eine Düngung auf diesen Flächen ist nicht zulässig.

Der Aufwuchs der brachliegenden Flächen muss einmal während des Jahres entweder zerkleinert und ganzflächig verteilt oder gemäht und das Mähgut abgefahren werden. Das Mähgut darf dabei aber nicht für eine landwirtschaftliche Erzeugung verwendet werden, also z.B. weder verfüttert, noch in einer Biogasanlage verwendet werden. In dem Zeitraum vom 1. April bis zum 30. Juni eines Jahres ist das Mähen oder Zerkleinern des Aufwuchses auf den brachliegenden Flächen verboten.

Weiter dürfen auf diesen Flächen grundsätzlich keine Pflanzenschutzmittel angewandt werden. Soll auf brachliegenden Flächen jedoch eine Aussaat oder ein Pflanzung vorbereitet oder durchgeführt werden, die erst im folgenden Jahr zu einer Ernte führt, z.B. die Aussaat von Wintergetreide, so darf dies ab dem 1. August des Antragsjahres durchgeführt werden.

Terrassen

Terrassen, die nach den Regelungen zu Cross Compliance (CC) geschützt sind, können als ökologische Vorrangfläche ausgewiesen werden. Für die Angabe der Flächengröße einer Terrasse wird ein Umrechnungsfaktor von 2 m² je laufenden Meter Terrassenmauer verwendet. Für die Berechnung der ausgewiesenen ökologischen Vorrangflächen wird die Angabe im LE-Verzeichnis mit dem Gewichtungsfaktor für Terrassen von 1,0 multipliziert.

Landschaftselemente

Landschaftselemente können nur dann als ökologische Vorrangfläche anerkannt werden, wenn sie auf Ackerland liegen oder an Ackerland angrenzen sowie dem Ackerland zugeordnet wurden und sich in der Verfügungsgewalt des Antragstellers befinden. Diese Landschaftselemente werden für die Berechnung der ökologischen Vorrangfläche mit ihrem jeweiligen Gewichtungsfaktor (siehe: Landschaftselemente - Typen und CodierungenPDF-Datei 40 KB) berücksichtigt. Auf Dauergrünland liegende oder an Dauergrünland angrenzende sowie dem Dauergrünland zugeordnete Landschaftselemente können nicht als ökologische Vorrangfläche ausgewiesen werden. Weitere Informationen entnehmen Sie dem Artikel:

Feldränder

Feldränder mit einer Breite von 1 bis 20 Metern können als ökologische Vorrangfläche mit dem Gewichtungsfaktor 1,5 berücksichtigt werden. Es darf an keiner Stelle die Höchstbreite von 20 Metern und die Mindestbreite von 1 Meter über- bzw. unterschritten werden. Es gelten die Anforderungen hinsichtlich der Mindestgröße immer im Zusammenhang mit der angrenzenden Ackerfläche. Feldränder können zum einen am Rande einer Parzelle angelegt werden. Sie können aber auch innerhalb einer Ackerparzelle eines Antragstellers angelegt werden.

Feldränder können nur dann neben einer von selben Antragsteller als ökologische Vorrangfläche angemeldeten Brachfläche angelegt werden, wenn sie von dieser eindeutig unterscheidbar sind. Feldränder können dagegen nie an einem Pufferstreifen oder einem Streifen von beihilfefähigen ökologischen Vorrangflächen an Waldrändern liegen. Feldränder sind der Selbstbegrünung zu überlassen oder durch eine gezielte Ansaat zu begrünen. Auf Feldrändern darf keine landwirtschaftliche Produktion stattfinden, so dass kein Düngebedarf entsteht. Eine Stickstoffdüngung ist auf diesen Flächen nicht zulässig. Weiter dürfen grundsätzlich keine Pflanzenschutzmittel angewandt werden.

Pufferstreifen

Als Pufferstreifen im Sinne der ökologischen Vorrangflächen kann ein Antragsteller geschützte Pufferstreifen entlang von Gewässern ausweisen. Diese werden dann für die Berechnung der ökologischen Vorrangfläche mit dem Gewichtungsfaktor 1,5 berücksichtigt. Ein Pufferstreifen als ökologische Vorrangfläche muss mindestens 1 Meter und darf höchstens 20 Meter breit sein. Die Breite wird ab der Böschungsoberkante des Gewässers gemessen. Dabei muss der Pufferstreifen mit der Längsseite parallel zum Gewässer verlaufen. Liegt zwischen einem Pufferstreifen und dem Gewässer eine Hecke oder eine Baumreihe, kann diese Fläche nicht als Pufferstreifen beantragt werden. Pufferstreifen müssen immer an eine Ackerfläche angrenzen. Diese Ackerfläche darf jedoch nur dann eine als ökologische Vorrangfläche angemeldete Brachfläche sein, wenn der Pufferstreifen von der Brachfläche eindeutig unterscheidbar ist.

Pufferstreifen entlang von Wasserläufen können auch sogenannten Ufervegetationsstreifen mit einer Breite von bis zu 10 Metern umfassen. Mit Ufervegetationsstreifen kann ein Teil der ökologischen Vorrangfläche erbracht werden, wenn sich der Ufervegetationsstreifen in der Verfügungsgewalt des Antragstellers befindet. Überschreitet ein Ufervegetationstreifen die Breite von 10 Metern, so ist die gesamte Ufervegetation nicht als ökologische Vorrangfläche zu berücksichtigen. Pufferstreifen und Ufervegetationsstreifen zusammen dürfen jedoch die Höchstgrenze von 20 Metern nicht überschreiten. Ein Pufferstreifen kann nie nur aus einer Ufervegetation bestehen.

Pufferstreifen sind der Selbstbegrünung zu überlassen oder durch eine gezielte Ansaat zu begrünen und es darf keine landwirtschaftliche Produktion stattfinden. Wenn der Pufferstreifen vom angrenzenden Ackerland unterscheidbar bleibt, ist jedoch eine Beweidung oder eine Schnittnutzung des Aufwuchses zulässig. Eine Stickstoffdüngung sowie das Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln auf diesen Flächen ist nicht zulässig.

Streifen von beihilfefähigen Flächen an Waldrändern

Streifen von beihilfefähiger Fläche ohne eine landwirtschaftliche Produktion entlang von Waldrändern können als ökologische Vorrangfläche ausgewiesen und mit einem Gewichtungsfaktor von 1,5 berücksichtigt werden. Die Streifen müssen direkt an den Wald angrenzen, es darf kein Feldrain oder Waldsaum dazwischen liegen. Dabei dürfen diese Streifen nur dann an einer als ökologische Vorrangfläche angemeldete Brachfläche angelegt werden, wenn der Streifen am Waldrand von der Brachfläche eindeutig unterscheidbar ist.

Die Streifen müssen mindestens 1 Meter aber nicht mehr als 10 Meter breit sein. Auch hier gilt grundsätzlich ein ganzjähriges Verbot der landwirtschaftlichen Erzeugung. Die Streifen sind der Selbstbegrünung zu überlassen oder durch eine gezielte Ansaat zu begrünen. Wenn der Streifen jedoch vom angrenzenden Ackerland unterscheidbar bleibt, ist auch eine Beweidung oder eine Schnittnutzung des Aufwuchses zulässig. Eine Stickstoffdüngung ist ebenso wie die Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln nicht zulässig.

Agroforstflächen

Agroforstflächen können derzeit in Deutschland nicht als ökologische Vorrangflächen ausgewiesen werden.

Flächen mit Niederwald im Kurzumtrieb

Eine Fläche, auf der Niederwald im Kurzumtrieb (Kurzumtriebsplantagen) angebaut wird, kann als ökologische Vorrangfläche anerkannt werden. Dieses gilt jedoch nur, wenn eine zulässige Art angebaut wird (siehe Liste der zulässigen ArtenPDF-Datei 40 KB).

Für die Berechnung der ökologischen Vorrangfläche werden Flächen mit Niederwald im Kurzumtrieb mit dem Gewichtungsfaktor 0,3 berücksichtigt. Auf Flächen mit Niederwald im Kurzumtrieb, die als ökologische Vorrangflächen ausgewiesen werden, dürfen ganzjährig keine mineralischen Düngemittel und keine Pflanzenschutzmittel verwendet werden.

Aufforstungsflächen

Aufforstungsflächen können nur dann als ökologische Vorrangfläche ausgewiesen werden, wenn sie im Rahmen der Basisprämienregelung als „beihilfefähige Hektarfläche“ gelten. Es gilt der Gewichtungsfaktor 1. Es sind in der Regel Flächen, die mit einer EU-Förderung oder einer vergleichbaren nationalen Förderung aufgeforstet werden oder worden sind. Da die Flächen aber im Jahr 2008 noch Anspruch auf eine Zahlung im Rahmen der Betriebsprämienregelung gehabt haben müssen, darf diese Aufforstung erst nach dem Jahr 2008 durchgeführt worden sein. Unter die Aufforstungsflächen fallen nicht die Flächen, die zwar im Jahr 2008 beihilfefähig waren, aber aufgrund der nachweislichen Teilnahme an Naturschutzprogrammen, die unter die Anwendung der FFH-, Vogelschutz- oder Wasserrahmenrichtlinie fallen, nicht mehr den Kriterien von Acker- oder Dauergrünland entsprechen. Diese Flächen können generell nicht als ökologische Vorrangflächen anerkannt werden.

Flächen mit Zwischenfrüchten oder Gründecke

Unter den Überbegriff Flächen mit Zwischenfrüchten oder Gründecke fallen sowohl Flächen auf denen eine Kulturpflanzenmischung als Zwischenfrucht oder Gründecke eingesät wird, als auch Flächen, auf denen eine Untersaat von Gras in eine Hauptkultur ausgesät wird. Diese Flächen werden bei der Berechnung der ökologischen Vorrangflächen mit dem Gewichtungsfaktor 0,3 berücksichtigt.

Soll eine Kulturpflanzenmischung als Zwischenfrucht oder Gründecke eingesät werden, so muss diese aus mindestens zwei zulässigen Arten bestehen. (siehe Liste der zulässigen ArtenPDF-Datei 20 KB)

Zwischenfrüchte

In der Kulturpflanzenmischung darf keine Art einen höheren Anteil als 60 % der Samen in der Mischung haben. Der Anteil von Gräsern insgesamt an den Samen der Mischung darf nicht höher als 60 % sein. Die Aussaat der Kulturpflanzenmischung darf nicht vor dem 16. Juli und nicht nach dem 1. Oktober des jeweiligen Antragsjahres erfolgen. Es können sowohl die von Saatgutunternehmen angebotene Saatgutmischungen, als auch eigene zulässige Mischungen von Kulturpflanzen verwendet werden. In jedem Fall sind entsprechenden Belege und Nachweise, wie zum Beispiel Saatgutetiketten oder Rechnungen vorzuhalten.

Im Antragsjahr dürfen nach der Ernte der Hauptkultur weder chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel, noch mineralische Stickstoffdüngemittel, noch Klärschlamm eingesetzt werden. Die Ausbringung von organischem Wirtschaftsdünger ist dagegen zulässig. Bis zum Ende des Antragsjahres dürfen die Flächen als ökologische Vorrangfläche nur durch eine Beweidung mit Schafen und Ziegen genutzt werden. Der Bewuchs muss bis zum 15. Februar des folgenden Kalenderjahrs auf der Fläche verbleiben. Ein Häckseln oder Schlegeln des Aufwuchses ist auch vor dem 15. Februar zulässig.

Nicht zulässig ist bis dahin eine mechanische Bodenbearbeitung wie grubbern oder pflügen. Nach dem 15. Februar kann die Zwischenfrucht einmalig zum Beispiel für eine Biogas- oder Futternutzung genutzt werden. Ein Überführen der Kulturpflanzenmischung in eine neue Hauptkultur und eine entsprechende Weiternutzung ist nicht zulässig.

Grasuntersaaten

Wird eine Grasuntersaat in einer Hauptkultur durchgeführt, dürfen dabei nur Grassamen verwendet werden. Eine Untersaat einer Kleegrasmischung ist nicht als ökologische Vorrangfläche zulässig. Vergleichbare Fristen wie bei Zwischenfrüchten sind dagegen bezüglich der Aussaat der Untersaat nicht vorhanden.

Im Antragsjahr dürfen nach der Ernte der Hauptkultur, wie bei den Zwischenfrüchten, weder chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel, noch mineralische Stickstoffdüngemittel, noch Klärschlamm eingesetzt werden. Die Ausbringung von organischem Wirtschaftsdünger ist dagegen zulässig. Bis zum Ende des Antragsjahres dürfen die Flächen als ökologische Vorrangfläche nur durch eine Beweidung mit Schafen und Ziegen genutzt werden.

Der Bewuchs muss bis zum 15. Februar des folgenden Kalenderjahrs auf der Fläche verbleiben. Ein Häckseln oder Schlegeln des Aufwuchses ist auch vor dem 15. Februar zulässig. Nicht zulässig ist bis dahin eine mechanische Bodenbearbeitung wie grubbern oder pflügen. Im Gegensatz zu Kulturpflanzenmischungen können Untersaaten in eine neue Hauptkultur überführt werden und entsprechend in dem Folgejahr genutzt werden. Diese Fläche darf dann im Folgejahr jedoch nicht erneut als Zwischenfrucht oder Grasuntersaat für die ökologischen Vorrangflächen ausgewiesen werden.

Flächen mit stickstoffbindenden Pflanzen

Werden auf Flächen stickstoffbindende Pflanzen angebaut, können diese nur dann auch als ökologische Vorrangfläche ausgewiesen werden, wenn es sich um eine zulässige Art handelt. (siehe: Liste der zulässigen stickstoffbindenden PflanzenPDF-Datei 30 KB)

Diese Flächen werden bei der Berechnung der ökologischen Vorrangflächen mit dem Gewichtungsfaktor 0,7 berücksichtigt. Die jeweilige als ökologische Vorrangfläche zulässige Art muss entweder als Reinkultur einer der in der Liste angegebenen Art angebaut werden oder als Mischung mehrerer zulässiger Arten, die alle in der Liste enthalten sind. Sofern eine zulässige mehrjährige stickstoffbindende Pflanze (zum Beispiel Luzerne) angebaut wird, kann diese auch in mehreren Jahren als ökologische Vorrangfläche ausgewiesen werden, sofern die Luzerne immer noch eindeutig auf der Fläche vorherrscht.

Werden auf einer Fläche grobkörnige, stickstoffbindende Pflanzen angebaut, so müssen sich diese im Antragsjahr mindestens in dem Zeitraum vom 15. Mai bis zum 15. August auf der Fläche befinden. Dies betrifft: Sojabohnen, Linsen, Lupinen, Acker- und Gartenbohnen sowie Erbsen. Diese stickstoffbindenden Pflanzen müssen am 15. Mai ausgesät sein und dürfen erst nach Ablauf des Zeitraums geerntet, gemäht, geschlegelt, beweidet oder durch mechanische Bodenbearbeitung oder ein Herbizid zerstört werden. Tritt die Erntereife der Früchte oder Körner vor dem 15. August ein, darf die Ernte auch früher durchgeführt werden, wenn dies spätestens 3 Tage vorher der Kreisstelle angemeldet wurde.

Alle anderen als ökologische Vorrangfläche zulässigen Arten stickstoffbindender Pflanzen müssen sich ebenfalls ab dem 15. Mai auf der Fläche befinden, sprich ausgesät sein. Diese müssen aber bis zum 31. August auf der Fläche verbleiben und dürfen erst danach durch eine mechanische Bodenbearbeitung oder ein Herbizid zerstört werden. Somit ist bei diesen stickstoffbindenden Pflanzen auch während des Zeitraums eine Schnittnutzung zulässig.

Nach Beendigung des Anbaus der stickstoffbindenden Pflanze muss auf dieser Fläche in dem jeweiligen Antragsjahr eine Winterkultur oder eine Winterzwischenfrucht angebaut werden. Diese Winterkultur oder Winterzwischenfrucht muss bis zum 15. Februar des Folgejahres auf der Fläche verbleiben. Ein Häckseln oder Schlegeln des Aufwuchses ist vor dem 15. Februar zulässig. Nicht zulässig ist bis dahin eine mechanische Bodenbearbeitung wie grubbern oder pflügen.

Befreiung vom Greening

Ausgenommen vom Greening sind Betriebe, die unter die Kleinerzeugerregelung fallen oder Betriebe des ökologischen Landbaus sind. Diese Antragsteller sind von den Greening-Verpflichtungen befreit und haben automatisch ein Anrecht auf die Gewährung der Greening-Prämie. Ökologisch wirtschaftende Betriebe müssen dieses anhand eines Kontrollzertifikats nachwiesen, können aber auch freiwillig an den Greeningregelungen teilnehmen.

Die Greening-Maßnahmen "Anbaudiversifizierung" und "ökologische Vorrangflächen" müssen auf den Ackerflächen, das Gebot zum Erhalt des Dauergrünlands auf den Dauergrünlandflächen des Betriebs erbracht werden. Für Dauerkulturflächen gibt es keine Greening-Verpflichtungen.